Neue Single: Pomme sucht ihren eigenen Pfad außerhalb der Karte
Die französische Ausnahmekünstlerin meldet sich mit „Seule dans la foule“ zurück und nimmt uns mit auf den Weg zu ihrem fünften Album „La Forteresse“ – einer Festung aus Wald, Mittelalter-Bildern und ganz viel Selbstermächtigung.

Frankreichs Musiklandschaft hat einiges zu bieten, aber kaum eine Stimme schwebt so mühelos zwischen Zerbrechlichkeit und Kraft wie die von Pomme. Mit ihrem verträumten Folk-Pop und visuellen Welten voller Symbolik erschafft die Künstlerin einen Kosmos, für den man kein Französisch braucht, um ihn zu fühlen. Mit ihrer neuen Single „Seule dans la foule“ („Allein in der Menge“) kündigt sie nun ihr fünftes Album „La Forteresse“ an, das am 20. November erscheint. Im Musikvideo zur Single schlüpft Pomme durch mehrere Identitäten: mal langhaariger Engel in weißen Federn, mal 50er-Jahre-Hausfrau, mal mysteriöse Gestalt in schwarzem Gewand. Umringt von maskierten Figuren tanzt sie durch wechselnde Räume, immer auf der Suche nach sich selbst und mit dem Eingeständnis, nicht immer zu wissen, wer man ist oder sein will.
Pomme ist bekannt dafür, sich offen für LGBTQ+-Sichtbarkeit sowie gesellschaftliche und politische Themen einzusetzen und ihre Reichweite als Bühne für Minderheiten zu nutzen. Mit der Auftaktsingle zum neuen Album beschreibt sie genau dieses Prinzip: sich selbst treu bleiben und den eigenen Weg finden. Metaphorisch funktioniert das auch für das Bild als Künstlerin in einer Industrie, die am liebsten in Schubladen denkt. Wald und Wege werden dabei zur Metapher für Lebensentwürfe jenseits vorgezeichneter Pfade: kein festes Zuhause, keine klassische Kleinfamilie, keine biologischen Kinder als Pflichtprogramm, sondern die bewusste Entscheidung für den eigenen, oft unbequemeren Trail durch die Wildnis. Die „Menge“ im Songtitel steht dabei für das Gegenüber ebenso wie für gesellschaftliche Erwartungen insgesamt – während der Refrain eine verletzlichere Seite zeigt: Trotz aller Erfolge bleiben Zweifel, aber auch die Erkenntnis, dass Identität nichts Starres sein muss.
Pomme baut sich eine Festung und reißt sie gleich wieder ein
Diesem Rat scheint Pomme schon seit Jahren zu folgen – was maßgeblich zu ihrem Erfolg als eigenständige, kreative Stimme beigetragen hat. Erste Ideen zu „Seule dans la foule“ entstanden im Studio von Aaron Dessner (The National), der bereits mit Taylor Swift, Bon Iver und girl in red gearbeitet hat. Die gemeinsame Zeit eröffnete Pomme neue Zugänge zum Schreiben und Komponieren und bestärkte sie schließlich darin, ihr kommendes Album komplett selbst zu produzieren. Den Titel „La Forteresse“ trägt Pomme schon seit Jahren mit sich – er zieht sich wie ein roter Faden durch die neuen Songs und steht für einen Ort, der ebenso sehr schützt wie er gefangen hält. Konkrete Form nahm die Metapher während ihrer Recherche zum Musical „Peau d’homme“ an, der Verfilmung der gefeierten Graphic Novel von Hubert und Zanzim, die sich mit Fragen von Geschlecht und Sexualität auseinandersetzt und in der Pomme die Hauptrolle spielt. Monatelang tauchte sie dafür in die Bildwelt des Mittelalters ein. Von Wäldern und Burgen über moosbewachsene Lichtungen bis in die Tiefen des Meeres wird die Natur auf „La Forteresse“ zugleich Kulisse und spirituelle Lebensader. Im Verlauf des Albums beginnt die Rüstung schließlich zu bröckeln, Licht dringt durch die Risse, selbst wenn dafür die Festung einstürzen muss. Erst dann kann etwas Neues entstehen: selbstbewusster, freudvoller. Sie gilt als eine der vielversprechendsten französischen Künstlerinnen mit internationalem Potenzial. Das Musikvideo könnte fast ein Kurzfilm oder Fashion-Film sein, das Cover selbst wirkt wie ein eigenständiges Kunstwerk – erneut ein Beweis für die Kreativität und Unverwechselbarkeit, mit der Pomme sich ihren Namen gemacht hat.
Musik


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