MUSIK

„Nicht meine Verantwortung“

„Not my Responsibility“, der neue Kurzfilm von Billie Eilish, sollte eigentlich fester Bestandteil ihrer „Where do we go?“-Tournee werden. Seine Premiere hat der Kurzfilm zum Auftakt der Tour bereits Anfang des Jahres in Miami gefeiert. Da die Sängerin ihre Tour aufgrund der Corona-Pandemie jedoch Mitte Mai bis auf Weiteres suspendiert hat, hat sie den Film kurzerhand gestern, den 26. Mai, auf YouTube veröffentlicht.

Der Kurzfilm besteht aus einem dreiminütigen, brütenden Elektro-Beat und einem Voiceover von Billie Eilish, in dem die Musikerin sich gegen Bodyshaming positioniert und ihre Erfahrungen teilt: „Der Körper, mit dem ich geboren wurde – ist er nicht das, was ihr wolltet?“ fragt sie eingangs.

Doch während Bodyshaming im Fokus des Kurzfilms steht, dreht es sich für Eilish in „Not my Responsibility“ noch um weit mehr. Sie fährt fort: „Ihr habt Meinungen über meine Meinungen, über meine Musik, über meine Kleideung, über meinen Körper. Manche Leute hassen, was ich trage, manche Leute loben es, manche Leute benutzen es, um sich über andere lustig zu machen, manche Leute nutzen es, um sich über mich lustig zu machen – aber ich spüre, wie ihr zuschaut.“

Im weiteren Verlauf des Films, in dem Eilish sich bis auf die Unterwäsche auszieht und in Wasser versinkt, detailliert sie die belastenden Auswirkungen des Drucks der Öffentlichkeit: „Nichts, was ich tue, bleibt ungesehen, und wenn ich eure Blicke spüre – eure Missbilligung oder euer erleichterndes Aufatmen – wenn ich danach leben würde, wäre ich nie wieder in der Lage, mich zu bewegen.“

Schließlich fragt die Musikerin: „Hättet ihr es gerne, dass ich kleiner wäre? Schwächer? Weicher? Größer? Hättet ihr es gerne, dass ich still wäre? Provozieren euch meine Schultern? Tut es meine Brust? Bin ich mein Bauch? Meine Hüften? Wir entscheiden, was sie sind. Wir entscheiden, was sie wert sind. Wenn ich mehr trage; wenn ich weniger trage, wer entscheidet, was das aus mir macht? Was das bedeutet? Hängt mein Wert nur von eurer Wahrnehmung ab? Oder ist eure Meinung über mich nicht meine Verantwortung?“