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Okta Logue: Diamonds and Despair

Geben der psychedelischen Zukunft ein Zuhause: Okta Logue

Bei aller Verwurzelung in der psychedelischen Ära: Noch nie durfte man die vier Griesheimer als reine Epigonen bezeichnen, ohne ihnen Unrecht zu tun.

Für ihr drittes Album gilt das ganz besonders. Höchstens noch der Gesang erinnert hier und da an die David-Gilmour-Schule. Ihre auf solider Gitarre-Bass-Orgel-Drums-Basis ruhenden Songs aber schwimmen sich frei, erreichen ein neues Niveau, kompositorisch wie gestalterisch.

Vor allem das Schlagzeug liefert nun einen Basisgroove, der die Band gar für Indiediscos qualifiziert. Rhythmuswechsel – Lieblingsstilmittel in Psych und Prog, um Komplexität nachzuweisen (oder vorzutäuschen) – kommen bei Okta Logue fein dosiert vor, nur selten blubbert ein Synthie, die Gitarrensoli sind gern präzise.

Nein, verzettelt wird sich nicht (mehr). Das Quartett hat unter der Ägide des nach Raum und Tiefe strebenden Produzenten Swen Meyer viele Taue zur glorreichen Vergangenheit der Psychedelia gekappt, um an einer modernen, zukunftssicheren Definition gitarrenbasierten Rocks zu arbeiten.

Das macht ihr mit 14 fast durchweg nachhaltigen Songs vollgepfropftes Werk zur Sensation. Eine Band, die auf den Schultern von Giganten steht – und zum Sprung ansetzt. mw