Oliver Korritke

Der „Musterknabe“ Oliver Korritke wächst in „Eine Hand voll Gras“. Denn unter Regisseur Roland Suso Richter („Nichts als die Wahrheit“) hat der Berliner echte Sorgenfalten zwischen den Augenbrauen. Er spielt den Taxifahrer Hellkamp, der versucht, einen kleinen Jungen aus einem Netz von Drogendealern zu befreien.

Das Thema ist ernst genug, drum lässt Richter Pathos und Action um ihrer selbst willen weg. „Man sieht mich mal mit einem anderen Gesicht“, meint auch Oliver Korritke. Der Berliner steht seit über 20 Jahren vor Kameras und auf Theaterbühnen. Die Erfahrung, selbst als Knirps durch dieses Business geschubst worden zu sein, ließ ihn leichter eine Beziehung zum erst neunjährigen Arman Inci aufbauen. „Nur nicht gleich versuchen, der beste Freund zu sein“, das ist die wichtigste Regel. Und so wartete er, bis „der kleine Arman“ von alleine kam. „Außerdem bin ich ja selbst noch ein Kind, das sich am liebsten mit Comics und ,Star Wars‘-Spielzeug beschäftigt“, grinst Korritke und verweist stolz auf sein bis oben voll gepacktes Zimmer mit Krimskrams. „Meine Frau findet meinen Tick mit ‚Star Wars‘ gar nicht so schlimm, schließlich könnte ich auch Handgranaten sammeln.“ Diesmal lächelt der Hertha-Fan nicht. Er ist der Typ, den man gerne im Freundeskreis hat. Wenn er auch mit beiden Beinen am Boden haftet, so schätzt er sich doch selbst. Er weiß, dass er oft den sympathischen Loser spielt, zweifelt aber nicht an seiner Bandbreite „zwischen Psychopath und Muttis Liebling“.

„Ich brauche Auszeiten“, meint das verheiratete Kind. „Aber wenn ich sie habe, sehne ich mich nach Arbeit – also sind sechs Wochen das Maximum.“ Nebenbei hat er eine Firma im Filmbereich, für die er als Kontakter im Hintergrund fungiert. Ein Freund von ihm kümmert sich dann um die Aufträge, die er an Land zieht, entwickelt Plakate oder Storyboards.

Aber lieber ist ihm, wieder loslegen zu können. Als nächstes trifft er im Kinofilm „Gott und die Welt“ auf Bela B und Heike Makatsch. „Thierry van Werveke spielt den lieben Gott und sucht einen Nachfolger – der soll ich sein. Mein Onkel ist Martin Semmelrogge und verfolgt werde ich von Anna Loos.“ Das klingt ja großartig. Da lächelt er und ergänzt rhetorisch: „Schon, oder?“ Heute ist ein guter Tag, er hat das Gespräch zu einem positiven Ende geführt: „Ich habe immer Angst, dass ich was Blödes erzähle. Bei Interviews fühle ich mich wie ein Autorennfahrer, der auf ein Motorrad steigt.“

Claudia Nitsche

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