„Once upon a Time in Gaza“: Drogen, Knarren, Märtyrer
Drogenhandel und das blutige Aufkommen der totalitären Hamas: In Cannes ist der Film letztes Jahr gelaufen, jetzt kommt die schwarze Komödie „Once Upon a Time in Gaza“ der Nasser-Brüder in unsere Kinos.
Die palästinensischen Regisseure Arab und Tarzan Nasser haben schon 2020 mit ihrem Drama „Gaza mon amour“ international auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt legen sie mit der stark an Quentin Tarantino („Reservoir Dogs“) angelehnten schwarzen Komödie „Once Upon a Time in Gaza“ nach, die ab sofort im Kino läuft.
Die Handlung spielt 2007, als die Hamas ihr Terrorregime im Gazastreifen gerade aufbaut. Osama (Majd Eid, „Spy Games“) betreibt einen Falafelladen und verkauft mit dem Essen gleich auch noch illegale Schmerzmittel, und Yahya (Nader Abd Alhay) , ein Student, hilft bei ihm aus. Als Osama nicht bereit ist, für den korrupten Polizisten Abou Sami (Ramzi Maqdisi, „Ghost Hunting“) Spitzeldienste zu leisten, wird er von diesem ermordet. Der zweite Teil des Films spielt zwei Jahre später und kippt oft ins Komödiantische. Yahya wird von der Straße weg als Hauptdarsteller eines palästinensischen Films rekrutiert, was „Once upon …“ filmästhetisch und handlungstechnisch ziemlich verändert. Dass aufgrund von Geldknappheit – die Hamas träumt dennoch von einem sich entwickelnden Gazawood – im geplanten Actionfilm keine Spezialeffekte möglich sind, zwingt beim Drehen zum Einsatz echter Waffen – Tschechow lässt grüßen!
„Once Upon a Time in Gaza“: Stolz auf dumme Märtyrer
Die Dreharbeiten selber werden unter anderem gestört, weil der Vater eines mitspielenden Jungen ausrastet, als der von einem Palästinenser gespielte israelische Soldat seinen Jungen niedertritt. Als dann auch noch der Polizist Abou Sami am Set auftaucht und er und Yahya einander wiedererkennen, überlagern sich „echte“ gedrehte Momente und das Drehen des Films im Film immer mehr, bis es zum Showdown kommt. Die beiden Regisseur Arab und Tarzan Nasser stehen im kriegerischen Konflikt mit Israel voll auf der Seite des palästinensischen Widerstands, sie erzählen auch überall vom Genozid Israels an den Palästinensern und widmen ihre Filme dem palästinensischen Widerstand, doch das soll hier mal egal sein. Dass die beiden die palästinensische Bevölkerung im Film nicht als Opfer darstellen möchten, tut diesem enorm gut. Vorneweg dadurch, dass „Once upon“ sein Personal immer wieder auch trottelig zeigt. Vor allem aber gibt er das vielgepriesene Märtyrertum der Selbstmordattenäter komplett der Lächerlichkeit preis. Und das kann man gar nicht stark genug loben.