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„Pennyworth“: Bürgerkrieg in London

England, ein Jahr nach Staffel 1 der Serie „Pennyworth“: In einer alternativen Realität befindet das Land sich in einem Bürgerkrieg, den die Raven Union fast schon gewonnen hat. Bis auf Nordlondon hat die neofaschistische Organisation nahezu das ganze Land unter Kontrolle. Alfred Pennyorth (Jack Bannon, „The Imitation Game“), der spätere Butler von Batman Bruce Wayne leitet in Soho das Delaney, einen Klub, in dem er sowohl links und liberal orienierte Menschen zu Gast hat als auch Rechtsradikale. Pennyworth, der lange Zeit für die SAS gearbeitet hat, eine Spezialeinheit der britischen Armee, deren Alleinstellungsmerkmale auch heute noch unter anderem feindliche Aufklärung und Sabotageaktionen sind: Pennyworth verdient sich gute Geld dazu, indem er auch Entführungsaufträge und ähnliches annimmt, um bei entsprechendem Kontostand in die USA auszuwandern und dem neofaschistischen England den Rücken zu kehren.

Die Serie „Pennyworth“ lässt Charaktere  des DC-Universums zur Tat schreiten. Die Eltern von Batman lernten sich bereits in der ersten Staffel kennen – der Milliardär Thomas Wayne (Ben Aldridge) ist für den US-Geheimdienst in London, Martha (Emma Paetz) arbeitet für die sozialistische No Name League. Die gesamte Handlung findet in den 1960er-Jahren statt, passt also zeitlich überhaupt nicht als irgendwie geartetes Prequel für die Geschichte Batmans, aber das ist den Machern schlicht egal, und es ist in der Tat auch nicht wichtig, wir befinden uns ja eh in einer alternativen Realität, da kann diese alternative Realität ohne Probleme auch noch extreme Unterschiede zur alternativen Realität im „Batman“-Kosmos und dessen Personal aufweisen.

„Pennyworth“ ist verfilmter Comic, oft plakativ in Handlung und Charakterzeichnung, dann wieder perfekt gezeichnet wie zum Beispiel beim Wiedersehen von Thomas Wayne und Martha Kane, wo beide sich in einen Streit mit scharfer Rhetorik hineinsteigern. Die Handlung? Man weiß nach einer Folge überhaupt noch nicht, wo die Reise hingehen soll. Aber der Weg zeichnet sich schon jetzt als spannendes Ziel ab. jw

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