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MUSIK | Album Review

Press Club: Wasted Energy

„I keep on pretending that I’m getting better“, skandiert Sängerin Natalie Foster gleich im Opener „Seperate Houses“. Man würde es Press Club sogar nachsehen, denn zumindest in Europa ist ihr gefeiertes Debüt „Late Teens“ erst vor wenigen Monaten erschienen. Der Nachfolger mag klarer produziert sein, doch begeht die Punkband aus Melbourne keinesfalls den Fehler, die Krallen einzufahren: Songs wie „Chosen Ones“ setzen zwar nach wie vor auf einen hymnenhaften Refrain, doch gönnt sich das Quartett zum Ende des Songs eben auch geschickt gesetzte Widerhaken. Press Club haben dem stagnierenden Punkgenre vielleicht keine Innovationen hinzuzufügen, doch machen sie das mit Vielseitigkeit wett: Während sie bei „I’m in Hell“ einfach mal ihre drei Mitstreiter niederbrüllt, gelingst Foster mit „How can it not be Love“ auch eine komplett unpeinliche Ballade, und wenn sie bei „Thinking about you“ von ihren Erfahrungen mit einem Stalker berichtet, verschleppt die Band das Tempo, um ihr Ausgeliefertsein abzubilden. Auch textlich lohnt es sich, genauer hinzuhören, wenn etwa in „Behave“ überkommene Geschlechterrollen angeprangert werden. Und mit „New Year’s Eve“ bekommen jetzt auch Silvesterhasser ihre Hymne für den Jahreswechsel: „We both pray for nothing, I don’t give a Shit about you, babe.“ cs

 

 

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