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„Recording Club of 96“ von The Blue Van: 30 Jahre Freundschaft
Mit „Recording Club of 96“ feiert die dänische Rockband The Blue Velvet ihr 30. Bandjubiläum. Auf Selbstbeweihräucherung haben die vier Freunde aber keine Lust.
30 Jahre ist es her, als im Norden Dänermarks die vier Kindheitsfreunde Steffen Westmark, Søren Christensen, Allan Villadsen und Per Jørgense beschlossen, eine Band zu Gründen. The Blue Van nennt sich das Rock-Quartett, das im selben Jahr wie Klon-Schaf Dolly seine ersten Schritte macht. So rasant sich die Welt seit 1996 verändert hat, so stetig ist die Freundschaft der vier Dänen geblieben, und dies feiert The Blue Van nun mit seinem achten Album „Recording Club of 96“. Dass sich die Band dabei weder breitbeinig selbst beweihräuchert noch in völliger Ergriffenheit auf das eigene Werk zurückblickt, ist eh klar. Dafür ist die Band aus dem Jütland schlichtweg zu sympathisch. Und anstatt in mackerige Selbstabkultung zu verfallen, ist der Opener „Some Boys“ gleich eine hingebungsvolle Rockhymne gegen toxische Männlichkeit.
„Wir machen nie einfach nur ein Album“, sagt Sänger und Songwriter Steffen Westmark. „Jedes Mal versuchen wir, näher an den Kern heranzukommen – an das, was uns antreibt. Wir schreiben keine Musik für Anerkennung, sondern um unsere künstlerischen Herzen schlagen zu lassen.“ Und das hört man. Jeder Song trägt eine soulige Wärme in sich wie es einst die großen Classic-Rock-Songs der 60er- und 70er-Jahre taten, während Westmark die Liebe („Kylo“) und den „Beautiful Human“ in all seiner Diversität feiert und von Verlust („Real gone“) und Nähe („Hold me“) erzählt. Wie zeitlos „Recording Club of 96“ klingt, lässt einen durchaus auf 30 weitere Jahre hoffen.