URBANE KULTUR

Residenztheater streamt Dokufiktion „Borderline“

Borderline Residenzthetaer München
v.l. KyungMin Na, Florian Jahr(c )Hez Kim

„Es wächst zusammen, was zusammengehört“: Was Willy Brandt 1989 über Deutschland verkündete, darauf hofft man in Korea bis heute. Die Geschichten, die Borderline am Residenztheater erzählt, werden dem Publikum auf unheimliche Weise bekannt vorkommen. Grenzflucht, Gratwanderungen, Gräben im Land und in den Köpfen – 30 Jahre nach der deutschen Wende sind sie in Korea nach wie vor Alltag. Nicht wenige Südkoreaner*innen wünschen sich eine Wiedervereinigung mit dem verfeindeten Norden, während sich aus dem Norden Geflüchtete mit der Integration in ihr neues, turbokapitalistisches Zuhause schwertun. Fast 30.000 Nordkoreaner*innen leben im südlichen Exil und hoffen, eines Tages unter besseren Bedingungen zurückkehren zu können.

Für das dokufiktionale Stück hat der Journalist Jürgen Berger die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Korea und dem geteilten Deutschland recherchiert. Unter der Regie von Kyung-Sung Lee, der selbst zwischen den Kontinenten lebt, bringt eine internationale Gruppe diese Erkenntnisse per Videoliveschalte auf die Bühne. Deutsche und südkoreanische  Schauspieler*innen treten dabei Seite an Seite auf, wenn auch nur virtuell. So sorgt „Borderline“, wenn schon nicht zur Wiedervereinigung der beiden koreanischen Hälften, immerhin zu mehr Verständigung zwischen Südkorea und Deutschland.

Ein Trailer gibt einen ersten Eindruck:

Das Residenztheater streamt die Online-Premiere zu „Borderline“ am Freitag, den 15. Januar um 19 Uhr. 

Tickets können auf der Webseite vom Residenztheater bis 24 Uhr am jeweiligen Vorstellungstag zwischen 0 und 100 Euro nach dem Prinzip PAY AS YOU WISH erworben werden. Das Stück ist 48 Stunden nach Beginn online.

Weitere Online-Vorstellungen finden am Sonntag, den 17. und Samstag, den 30. Januar statt.