- Review
„Joni“ von Robert Summerfield & Lars Duppler: Spannende Tiefenentspannung
Mit „Joni“ verneigen sich der deutsch-amerikanische Sänger Robert Summerfield und Lars Duppler am Klavier äußerst respektvoll vor Joni Mitchell.

Imitierbar sind weder Joni Mitchells Stimme noch ihre Art, Gitarre zu spielen. Folglich gibt es nur zwei Möglichkeiten, der kanadischen Songwriterin Tribut zu zollen: Wer Joni covert, verfremdet ihr Material entweder möglichst radikal oder vertieft sich vor dem Gang ins Studio erst einmal in ihren Gesang und die eigenwilligen Gitarrenvoicings, um daraus Erkenntnisse für eigenständige, aber immer noch werktreue Interpretationen zu gewinnen. Für diese zweite, respektvollere Option haben sich der deutsch-amerikanische Sänger Robert Summerfield und Lars Duppler, sein Begleiter am Klavier, bei „Joni“ entschieden.
Summerfield hat all jene kleinen magischen Momente, in denen die Stimme der jungen Joni Mitchell ins vibratoreiche Falsett und wieder zurück in die Alt-Komfortzone zu kippen pflegt, herausgehört und präzise in sein Register übersetzt. Ebenso detailgetreu ging sein Begleiter mit der Akkordwelt der Gitarristin um und transkribierte die vertrackten Harmonien von Songs wie „Amelia“, „Both Sides now“ oder „Blue Motel Room“ fürs Tasteninstrument. Eingefangen hat das Duo Joni Mitchells leisen Flow, der spannende Tiefenentspannung garantiert.
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