Sascha Hommer: In China

Ganz so jung ist Sascha Hommer mit 37 Jahren nicht mehr, entsprechend darf man vom versiertesten Vertreter des deutschen Indiecomics auch ein wenig mehr Inhalt erwarten. „In China“ ist die Beschreibung eines mehrmonatigen Arbeitsaufenthalts in Chengdu auf der einen Seite teilrealistisch und detailgenau, auf der anderen immer kurz davor, in einen Alptraum zu kippen. Hommer zeigt die Blasenkultur der Expat-Szene ebenso wie das Unsicherheitsgefühl, nachdem man in eine ganz fremde Welt gekippt wurde, sein Zeichnen ist eine Manifestation der Fremdheit. Dass diese Fremdheit manchmal zur Pose erstarrt, gibt „In China“ einen leicht hipsterigen Charakter, am Ende steht aber die ganz seriöse Auseinandersetzung mit den Grenzen und Möglichkeiten einer multikulturellen Arbeits- und Lebenswelt.
Literatur


Barrio | Bairro 2026: Zeitgenössische lateinamerikanische Literatur in Berlin
Vom 2. bis 18. Oktober findet zum dritten Mal das lateinamerikanische Literaturfestival Barrio | Bairro statt.

Manik Sarkar stellt „Ochsenkopf“ vor
In seinem spektakulären Debüt „Ochsenkopf“ erzählt der Niederländer Manik Sarkar von einem feingeistigen Metzgersohn.

„Schöne Ruinen“ von Jess Walter
„Schöne Ruinen“ von Jess Walter ist ein Pageturner – und zugleich eine melancholische Meditation über das Älterwerden, die Liebe, die Verantwortung, die wir gegenüber unseren Mitmenschen haben.