FILM

Schwarze Milch

In der Mongolei geboren, in Deutschland aufgewachsen: Regisseurin Uisenma Borchu ist Teil beider Welten und macht genau dies auch in ihrem zweiten Langfilm sichtbar. Nach „Schau mich nicht so an“ (2015) setzt Borchu in „Schwarze Milch“ die Beziehung zweier Schwestern in Szene, die getrennt voneinander aufgewachsen sind: Während Ossi das mongolische Nomadenleben in der Wüste Gobi führt, lebt Wessi (Borchu selbst) in Deutschland. Als sie zu Ossi zurück in die Heimat kehrt, erfahren beide zunächst ihre Entfremdung voneinander. Ungewohnte Redensarten, befremdliches Essen und ein unterschiedliches Rollen- und Geschlechterverständnis verdeutlichen die jeweilige Kulturprägung. Beide vereint jedoch der Wunsch, Sehnsüchte auszuleben und den eigenen Platz zu finden. Ossi ist von der emanzipierten Art ihrer Schwester fasziniert und fragt sie nach sexuellem Rat. Wessi dagegen versucht dem Leben in der Jurte gerecht und ein Teil der nomadischen Gemeinschaft zu werden.

Schwarze Milch: Vertrautes und Fremdes

Die Frage nach Zugehörigkeit spiegelt sich nicht nur in den Figuren wieder: Dokumentarisch gedrehte Szenen von Tierschlachtungen und gerissenen Schafen in der endlos wirkenden Wüstenlandschaft fügen sich nahtlos in die fiktive Handlung ein. Der Spielfilm, der zurecht an Dokumentarfilme wie „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ (2003) erinnert, zeigt Vertrautes und Fremdes zugleich. Der zweite Spielfilm von Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Uisenma Borchu lief auf der Berlinale in der Sektion Panorama und tat, was Kino viel öfter tun sollte: Er spaltete die Gemüter.

„Schwarze Milch“ kommt am 23. Juli ins Kino.

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