MUSIK

„Ohne Last“ von Simon Stadler: Aber bitte mit Haltung

Portraitfoto Simon Stadler
Foto: Peter Pagam

Simon Stadler ist ein junger österreichischer Liedermacher. Als seine musikalischen Wurzeln beschreibt er zwei der größten deutschsprachigen Künstler. Wir haben mit ihm über sein Album „Ohne Last“ gesprochen:

Simon, dein Album trägt den Titel „Ohne Last“. Es kommt leichtfüßig daher und plädiert für mehr Sorglosigkeit, bezieht zugleich aber klare politische Positionen. Wie bringst du diese beiden Tendenzen miteinander in Einklang?

Simon Stadler: Die Mischung aus leicht verständlich und sozialkritisch hat mir immer schon imponiert. Gerade, weil dann die etwas schwerwiegenderen Themen leichter verdaulich gemacht werden. Dass sich die Menschen über irgendetwas Sorgen machen, liegt in ihrer Natur, nur manchmal sollte man das nicht zu sehr an sich ranlassen. Dieses Album hat mir selbst auch geholfen, einige belastende Dinge zu verarbeiten, indem ich darüber geschrieben habe.

Eine deiner größten Inspirationen ist und bleibt Udo Jürgens. Was macht deine Faszination für ihn aus?

Stadler: In erster Linie ist es seine Perfektion und die Unermüdlichkeit, die der Mann musikalisch an den Tag gelegt hat! Auf der Bühne gab es bei ihm keine Routine, er hat auf jeder Tournee ein neues Set gespielt und nahezu 1 000 Lieder geschrieben. Natürlich liegt es auch daran, dass wir beide aus derselben Gegend stammen und unsere Familien, die Stadlers und die Bockelmanns, seit Ende des Zweiten Weltkrieges miteinander verbunden sind.

Hast du manchmal Angst, ähnlich wie Jürgens in die Schlagerecke gestellt zu werden?

Stadler: Eigentlich nicht. Die Zeiten haben sich geändert. Heute ist der Schlager ja wirklich eine ganz eigene Rubrik mit bestimmten Prinzipien, die ich in meiner Musik nicht verfolge. Gott sei Dank haben die Leute auch mittlerweile erkannt, dass Udo nicht zum „seichten Schlager“ gehört, sondern für außergewöhnliche Kompositionen steht und Lieder gemacht hat, die eine Aussage haben.

Wie war es, von deinem Idol Konstantin Wecker entdeckt zu werden und ihn schließlich für dein Debütalbum zu gewinnen?

Stadler: Das war ein Traum von mir, von dem ich nie ernsthaft gedacht hätte, dass er sich erfüllt. Ich habe ihn nach einem seiner Konzerte angesprochen und durfte ihm dann meine Interpretationen seiner Lieder zuschicken. Er war einer der Ersten, die mich ermutigt haben, Eigenkompositionen zu machen. Dass er dann noch mit mir ins Studio geht und bei einem meiner Songs eine Strophe übernimmt, war für mich unbeschreiblich bewegend.

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