„So klingt das Leben“: Traumabewältigung in As-Dur
Nach einem schweren Unglück findet ein Fischerdorf mithilfe der Musik ins Leben zurück. Feelgood-Kino, das jeden Ton trifft.
Eine sogenannte „Rondalla“ ist ein traditionelles, spanisches Zupforchester, das dort bis heute ein fester Bestandteil der Musikkultur ist. Mit Instrumenten wie Bandurria, Laúd und Gitarre entsteht ein ebenso filigraner wie lebendiger Klang. Für unsere Ohren erinnert das ein wenig an die Musik eines Spielmannszugs, wie man ihn von Festumzügen kennt. Darüber hinaus messen sich Rondalla-Ensembles regelmäßig bei Wettbewerben und Musikfestivals.
So auch ebenjene, die sich aus den Bewohnerinnen und Bewohnern des galizischen Fischerdörfchens A Guarda zusammensetzt. Seit einem schweren, nie vollends aufgeklärten Schiffsunglück vor zwei Jahren befindet sich der Ort in kollektiver Schockstarre. Die Vorbereitungen auf einen großen Musikwettbewerb sollen die Leute wieder auf andere Gedanken bringen und zurück ins Leben katapultieren. An vorderster Front: Luis (Javier Gutiérrez) und Carmen (María Vázquez), deren Feuereifer allerdings nicht so recht auf den Rest des Ensembles überspringen will…
Regisseur und Drehbuchautor Daniel Sánchez Arévalo („dunkelblaufastschwarz“) folgt mit seiner Tragikomödie „So klingt das Leben“ erst einmal den gängigen Konventionen des klassisch-europäischen Feelgood-Kinos. Doch getreu der Thematik trifft er dabei jeden Ton und kreiert aus der zunächst vorhersehbar anmutenden Prämisse eine mitreißende Ode an das Leben und die Kraft der Musik. Jede der zahlreichen Nebenfiguren bekommt ihren eigenen kleinen Handlungsstrang, sodass sich die Geschichte alsbald vor einem ausbreitet wie eine wunderbar-flauschige Patchworkdecke. Jede:r hier verarbeitet sein Trauma auf eigene Weise. Doch spätestens, wenn am Ende Coldplays „Viva la Vida!“ ertönt, finden der Wert von Gemeinschaft und Musik kongenial zusammen. Gänsehaut (und vielleicht auch die ein oder andere Träne) garantiert!