Solveig Slettahjell: Trail of Souls
Die norwegische Sängerin Solveig Slettahjell zerlegt Pop in seine Jazzbestandteile.
Schon seit Jahren versteht sich die norwegische Sängerin Solveig Slettahjell, deren Nachnamen man immer wieder nachschlagen muss, als Mittlerin zwischen Pop, Folk und Jazz. Schon 2010, auf „Antologie“, coverte sie Songs von Nick Drake bis Gnars Barkley. Bisweilen nervte dabei ihre gespreizte Sprödigkeit, mit der sie das Material gegen den Strich bürstete.
Gemeinsam mit dem Bluesgitarristen Knut Reiersrud und dem Pianotrio In The Country widmet sie sich nun erneut überwiegend Fremdmaterial aus Folk, Soul, Gospel und Pop. Darunter sind Klassiker wie Peter Gabriels „Mercy Street“ oder „Come healing“ von Leonard Cohen. Alle Songs werden heruntergebremst, zerlegt und neu zusammengesetzt zu Klangstudien von hoher Intenstität, besonders dank Morten Ovenilds Tastenarbeit zwischen verinnerlichtem Solopiano und mal perkussiver, mal flächiger Elektronik.
Die Gefahr gespreizter Sprödigkeit droht daher diesmal nicht, auch weil Reiersrud oft für eine seelenvolle Bluesgrundierung sorgt. Und die Produktion des Labelchefs Siggi Loch ist in ihrer Transparenz und Räumlichkeit einfach meisterlich. Wieso hat der Mann mit 75 eigentlich noch so gute Ohren? (mw)
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