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Sufjan Stevens, Bryce Dessner, Nico Muhly, James McAlister: Planetarium

Die neue Supergroup um Sufjan Stevens und der Beigeschmack von zuviel gewollter Hochkultur

Jede Woche stellen wir hier eine spannende Neuerscheinung zur Debatte. Es diskutieren Mitja Steffens, Carsten Schrader und Verena Reygers von der kulturnews. Und als Gast: Albrecht Schrader, der eigentlich TV-Bandleader bei Jan Böhmermanns Neo-Royale-Sendung ist und jetzt mit „Nichtsdestotrotzdem“ ein gar großartiges Debüralbum vorgelegt hat, das zwischen saunatauglichem Klavierpop und Glitzerhemden-Indie pendelt.

 

Albrecht: Sufjan Stevens ist ein fantastischer Songwriter, alle anderen beteiligten Herren sind gestandene Musikanten mit beeindruckenden Portfolios. So wunderbar diese Platte über das Sonnensystem arrangiert ist – sie hat einen starken Beigeschmack von zuviel gewollter Hochkultur. Das ganze Flirren, Pluckern und Schwirren der Instrumente ist mir zu lautmalerisch, gerade in Verbindung mit dem Sujet des Albums.

Mitja: Ich kann Albrechts Kritik schon nachvollziehen, aber wer kann denn Hochkultur schaffen, wenn nicht Sufjan, Bryce Dessner von The National und Komponist Nico Muhly? Ich finde, eine solche Supergroup darf schon mal nach den Sternen greifen.

Verena: ZZZzzzZZZzzz … huch … bin wohl eingenickt. Bei dieser Weltraummission kein Wunder. Lars von Trier hätte es für den Soundtrack von „Melancholia“ sicherlich gefallen, aber was Stevens, Dessner und ihre beiden Kumpel hier abliefern, reizt mich nur zum Gähnen.

Carsten: Meine Maßregelung fällt etwas milder aus, weil ich so viele Songs von Stevens seit Jahren mit mir rumtrage. Momentan fehlt mir aber einfach die Zeit – und auch die Lust – mich auf diesen Spleen einzulassen. Fliegt in die Tasche für den nächsten Urlaub, in der auch schon das aktuelle Album von Father John Misty liegt.