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Sugarplum Fairy

Niemand rockt so sexy wie Mando-Diao-Sänger Gustaf Norén. Das kann sich schnell ändern, denn auch seine kleinen Brüder Victor (19) und Carl (21) haben eine Band: Sugarplum Fairy. Und Sänger und Gitarrist Victor riskiert eine genauso große Lippe wie Gustaf.

citymag: Victor, nervt es dich eigentlich, dass ihr immer wieder auf euren älteren Bruder angesprochen werdet?

Victor Norén: Nein, denn wenn ich Journalist wäre, dann würde ich auch diese Fragen stellen. Es ist schließlich eine faszinierende Sache, dass drei Brüder in zwei verschiedenen Bands spielen.

citymag: Hätten sich eure Eltern nicht gefreut, wenn wenigstens einer ihrer Söhne einen ordentlichen Beruf gelernt hätte?

Norén: Wir haben ja noch eine kleine Schwester. Sie ist 17 und spielt zumindest nicht ernsthaft ein Instrument. Vielleicht wird sie ja Rechtsanwältin.

citymag: Ihr wart ja auch schon mit Mando Diao auf Tour. Hattet ihr keine Angst, beim direkten Vergleich als die niedlichen kleinen Brüder belächelt zu werden?

Norén: Wir wären nicht mit Mando Diao auf Tour gegangen, wenn wir nicht das Gefühl hätten, dass wir viel besser sind. In Zeiten von „Nevermind“ hätte ich niemals mit Nirvana gespielt, und 1994 wäre es auch völlig unmöglich gewesen, Oasis zu schlagen.

citymag: Gibt es denn auch heute eine Band, mit der ihr euch nicht auf die Bühne wagen würdet?

Norén: Nein, auch mit Oasis würde ich heute spielen.

citymag: Warum haben eigentlich alle schwedischen Bands so ein gesundes Selbstvertrauen?

Norén: In Schweden sagen dir die Leute nie, dass du gut bist. Du musst es dir selbst immer wieder sagen, damit du Selbstvertrauen aufbauen kannst. Denn nur, wenn du an dich selbst glaubst, kannst du auch andere davon überzeugen. Aber das ist ja nicht nur im Musikgeschäft so. Ein Fußballspieler erzählt doch auch immer, dass er der beste Spieler der Welt ist.

citymag: Aber ist nicht die Gefahr, dass man bei den vielen Gedanken über Styling und Image die Musik aus den Augen verliert?

Norén: Du hast Recht, das wollen wir unbedingt vermeiden. Sieh dir die Strokes an: Nach ihrem ersten Album haben sich die Medien auf den Trend gestürzt, den die Band ausgelöst hat. Die Musik wurde dabei fast völlig vergessen. Das hat die Strokes gekillt, die werden nie wieder so groß wie auf dem ersten Album.

Interview: Carsten Schrader

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