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Thalia-Theater-Intendant Joachim Lux erhält den Baltic Star International Award 2021

Der Chef der Hamburger Bühne nahm den Preis dankbar bei der Verleihung in St. Petersburg entgegen und betonte die Wichtigkeit der Kultur.

Thalia-Theater-Intendant Joachim Lux
Thalia-Theater-Intendant Joachim LuxArmin Smailovic

Thalia-Theater-Intendant Joachim Lux zeigte sich erfreut in seiner Rede im Hermitage Theater im russischen St. Petersburg. Mit dem Baltic Star International Award werden Persönlichkeiten für besondere Verdienste um die Entwicklung und Konsolidierung humanitärer Beziehungen in der Baltischen Region ausgezeichnet.

Thalia Theater: Kultur baut Brücken

Lux, der dem Hamburger Thalia Theater seit 2009 als Intendant vorsteht, ist der erste Deutsche seit Heinrich Böll, dem der Preis posthum verliehen wurde, und der zweite Hamburger nach dem US-Amerikaner John Neumeier, dem Intendanten des Hamburg Ballett und Ballettintendanten der Staatsoper Hamburg. Joachim Lux zeigte sich in seiner Rede vor dem Hintergrund der problematischen Vergangenheit von Russland und Deutschland für das ihm entgegengebrachte Vertrauen dankbar und unterstrich die Bedeutung der Kultur als alle Menschen verbindende Kraft. Lux sagte:  „Kultur kann dort, wo Politik versagt, Brücken bauen, Grenzen niedererzählen, niederspielen und niedermusizieren! Daran glaube ich! Kultur ist das kollektive Archiv der Menschheit, ihres Leidens, ihrer Auseinandersetzungen, ihrer Träume und Hoffnungen. Davon werden wir nie aufhören zu erzählen. Denn Kunst ist vor allem eins: frei.“

Baltic Star International Award: Über den Preis

Vor Lux erhielten den Baltic Star International Award unter anderem der schwedische Regisseur Ingmar Bergman, seine finnischen und belgischen Kollegen Aki Kaurismäki und Luk Perceval sowie der Komponist  Krzysztof Penderecki aus Polen und der Violinist Gidon Kremer (Lettland).

Der Kulturpreis wird seit 2004 von der Baltic International Festival Center Foundation in St. Petersburg verliehen. Er richtet sich an Kunst- und Kulturschaffende sowie Akteure des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft, die kulturelle Bindungen zwischen den Ländern der Baltischen Region fördern.

Die Verbindungen des Thalia nach Russland

Das Thalia Theater wird seit vielen Jahren regelmäßig zu Gastspielen und auf Festivals nach Russland eingeladen. So war 2019 „Das achte Leben (für Brilka)“ zu Gast in St. Petersburg und „Der Sturm. A Lullaby for Suffering“ in Moskau,,„Jeder stirbt für sich allein“ und „Die Brüder Karamasow“ 2013 in St. Petersburg, „Draußen vor der Tür“ 2013 in Moskau sowie „Der Kirschgarten“ 2012 in Moskau und St. Petersburg, letztere alle in der Regie von Preisträger Luk Perceval. Ein enger Austausch mit dem Baltic House St. Petersburg fand zudem 2018 bei der „Neverland“ statt. Im Baltic House wird am 13. November zum Abschluss des gerade zu Ende gehenden „Deutschlandjahr in Russland“ auch die Hölderlin-Lesung „Hyperion“ von und mit Jens Harzer zu sehen sein. Im Thalia Theater ist sie am 29. Oktober zu sehen.

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