URBANE KULTUR

Thalia Theater: Die neue Spielzeit läuft

„Shockheaded Peter“ im Thalia Theater
„Shockheaded Peter“ von der Tiger Lilies, Julian Crouch und Phelim McDermott eröffnet am 21. August die Spielzeit am Thalia TheaterFoto: Fabian Hammerl

Am Thalia Theater Hamburg hat die neue Spielzeit begonnen. Nun kann man endlich „Shockheaded Peter“ auf der großen Bühne sehen. Das Musical nach Motiven aus „Der Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann war in der Spielzeit 2020/2021 am Thalia Theater nur als Livestream zu sehen. Jetzt kommt das Stück zum Programm im Thalia Theater regulär dazu, und wir können live dabei sein und erfahren, was die  Tiger Lillies, Julian Crouch und Phelim McDermott aus der Vorlage gemacht haben, die im 19. Jahrhundert und später auch Kinder mit den schockierenden, teils tödlichen (!) Folgen von ungehörigem Verhalten konfrontierte.

Thalia Theater: „Shockheaded Peter“ erzieht die Kinder

Ob der Dauerlutscher, der Zappel-Philipp, der Hans-Guck-in-die Luft, der Suppenkaspar oder der titelgebende Struwwelpeter (englisch: „Shockheaded Peter“): Wer nicht hören wollte, musste – Abschreckungspädagogik at ist best – eben fühlen. Logischerweise geht es in der Junk-Oper (Regie: Peter Jordan und Leonhard Koppelmann) daher um eine Gruppe Kinder, die gegen die Autoritären und den vorauseilenden Gehorsam aufbegehren. Verstoßen und isoliert leben sie auf engem Raum irgendwo im Abseits der Gesellschaft, zwischen Anarchie und Selbstdisziplinierung erziehen sie sich gegenseitig – aber wer bestimmt, was richtig ist und was falsch? Vor allem, wenn ihr Vorbild und Erzieher der Struwwelpeter ist? Die Moral von der Geschicht? Die Artigen und Braven müssen ordentlich einstecken! Die Musik der Tiger Lillies? Wie immer eine unwiderstehlich-surreale Mischung aus Punk, Kunstmusik, Vaudeville, Blues und Falsett-Gesang. Es spielen und singen Uwe Granitzka, Jan-Peter Klöpfel, Matthias Bogota, Helge Zumdieck und Lars Hansen.

Mehr Infos zum Musical und Tickets gibt auf der Website des Thalia Theaters.

Weitere Aufführungen sind am

  • 22. August
  • 6. September
  • 15. September
  • 16. September
  • 30. September

Thalia in der Gaußstraße: „Herkunft“ nach Saša Stanišić

„Herkunft“ von Saša Stanišić am Thalia in der Gaußstraße
„Herkunft“ von Saša Stanišić: Foto: Krafft Angerer

Im Thalia in der Gaußstraße geht es ernster zu: Sebastian Nübling führte Regie bei der Bühnenfassung von „Herkunft“, dem Gewinner des Deutschen Buchpreises 2019 von Saša Stanišić. Hier die kulturnews-Kritik zum Bestseller. Aus einem Lebenslauf für die Ausländerbehörde hat Stanišić eine autofiktionale Erzählung gemacht, die alle vereinfachenden Diskurse zum Thema Heimat und Identität hinter sich lässt. ‚Herkunft‘ gibt es hier nur im Plural, als zersplitterte Erinnerungen, als Fragment und Fiktion, als Spiel verschiedener Möglichkeiten, von denen die am Ende geglückte Ankunft eigentlich die unwahrscheinlichste Variante ist, wenn man sieht, wie sehr Europa heute zur Festung geworden ist und wie Schutzsuchende an seinen Mauern abprallen. Es spielen Lisa Hagmeister, Maike Knirsch, Sebastian Zimmer und Vernesa Berbo.

Weitere Aufführungen sind am 4. und 5. September.

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