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Neue alte Medienkritik am Thalia Theater

Die ikonische Mediensatire „Network“ gibt es nicht nur als Film. Das Thalia Theater in Hamburg zeigt erstmals die Stückversion.

„Network“ am Thalia Theater.
Foto: Norbert Draszanowski

Paddy Chayefskys Drehbuch zu „Network“ könnte kaum heutiger sein – dabei ist die Mediensatire bereits 1976 in die Kinos gekommen. Der hochkarätig besetzte Film mit Faye Dunaway, Peter Finch und Robert Duvall konnte vier Oscars einheimsen. Seit 2017 gibt es eine Bühnenadaption des Klassikers von „Billy Elliot“-Autor Lee Hall, die nun endlich ins Deutsche übersetzt wurde. Das Thalia Theater in Hamburg übernimmt die deutsche Erstaufführung.

Der Plot ist denkbar düster: Nachrichtenmoderator Howard Beale erfährt, dass er bald gefeuert werden soll. Aus Verzweiflung kündigt er an, sich umbringen zu wollen – live vor der Kamera. Zuerst ist der Sender entsetzt, dann schnellen die Quoten plötzlich in die Höhe. Howard hat mit seiner Frustration einen Nerv in der Bevölkerung getroffen, und bald bekommt er seine eigene Sendung. Aber was passiert, wenn die Leute ihm nicht mehr zusehen?

Vor mehr als vier Jahrzehnten nahm „Network“ die heutige Medienlandschaft mit ihrer Sensationslust, ihren Fake News und populistischen Fernsehpredigern bereits vorweg. Unter der Regie von Jan Bosse holt das Thalia-Ensemble Howard Beales dramatischen Aufstieg und Fall in eine Zeit, in der Männer wie Beale sogar Präsident werden können.

Die Premiere ist am 24. 10. Karten gibt es auf der Webseite des Thalia Theaters.

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