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Wollen The Bland mit „Beautiful Distance“ noch einmal „17“ sein?

Um zu ihrem bittersüßen Indiepop zu kommen, greifen die Schweden von The Bland schon mal zu ungewöhnlichen Mitteln.

Axel, die erste Single aus dem neuen Album „Beautiful Distance“ von The Bland heißt „17“. Was vermisst du daran, 17 zu sein?

Axel Öberg: Puh, das ist schwierig! Einige Dinge vermisse ich, andere überhaupt nicht. Irgendwie lebe ich aber sowieso in einem verlängerten Kindheitszustand und bin heute gefühlt immer noch am selben Punkt.

Würdest du sagen, dass du mit 17 neugieriger warst?

Öberg: Ich bin noch immer sehr neugierig, aber vielleicht auf eine andere Art und Weise. Heute bin ich etwa neugieriger in Bezug darauf, neue Leute kennenzulernen, und was es überhaupt bedeutet, ein Mensch zu sein. Das Beste an diesem Alter ist aber sicherlich, dass man sich noch für alles Zeit lassen, eher Risiken eingehen und sich auch in Beziehungssituationen ganz anders ausprobieren kann, weil man noch so jung ist und weniger Druck verspürt. Jetzt hat alles viel mehr Gewicht – man achtet darauf, seine Zeit nicht zu verschwenden.

Spielst du auch deshalb in einer Band, um dem Gefühl, 17 zu sein, so nahezukommen wie möglich?

Öberg: (lacht) Ja, das würde ich schon sagen. Allein schon, weil ich heute eigentlich genau das mache, wovon ich mit 17 geträumt habe. In meiner Familie wurde es nicht als richtiger Beruf angesehen, Musik zu machen, und mit 21 habe ich dann auch erst mal ein Medizinstudium begonnen. Parallel dazu ist die Band aber doch zu meiner eigentlichen Hauptaufgabe geworden, was ich nie für möglich gehalten hätte.

Wenn ich euer Album „Beautiful Distance“ höre, habe ich das Gefühl, dass du es ein wenig genießt, Liebeskummer zu haben. Stimmt das?

Öberg: In meinen frühen 20ern hatte ich eine lange Beziehung, und alle Songs des Albums sind entstanden, nachdem ich wieder Single geworden bin. Auf eine Art würde ich mich schon als hoffnungslosen Romantiker bezeichnen, der viel Inspiration daraus schöpfen kann, Liebeskummer zu empfinden – auch wenn ich nicht gerade sagen würde, dass ich diesen Zustand genieße. (lacht)

Wir müssen auch noch mal über das Albumcover reden: Was genau passiert da!?

Öberg: Für unser Album haben wir verschiedene Wege ausprobiert, unsere Kreativität anzutreiben, darunter auch seltsame Meditationsrituale – die Position, die auf dem Cover zu sehen ist, war ein Teil davon! Diese Rituale sind mittlerweile auch Teil unserer Liveshows: Wir lassen beispielsweise unsere Gesichter vom Publikum bemalen. Und wir fordern die Leute auf, wahllos irgendwelche Sätze zu schreien, die wir dann auf der Bühne wiederholen und in die Songs einarbeiten. Dadurch wird jedes Konzert einzigartig.

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