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„The Testaments: Die Zeuginnen“ – Coming of Age ohne Hoffnung

Die Serie „The Testaments: Die Zeuginnen“ ist ein Sequel zur dystopischen Serie „The Handmaid’s Tale“, ebenfalls auf dem gleichnamigen Roman von Margaret Atwood basierend.
Die Serie „The Testaments: Die Zeuginnen“ ist ein Sequel zur dystopischen Serie „The Handmaid’s Tale“, ebenfalls auf dem gleichnamigen Roman von Margaret Atwood basierend. (Foto: Disney+)

Nach „The Handmaid’s Tale“ kommt „The Testaments: Die Zeuginnen“. Das dystopische Coming-of-Age-Drama kann bei Disney+ gestreamt werden. Sie wirft einen völlig neuen Blick auf den klerikalfaschistischen Staat Gilead.

„The Testaments: Die Zeuginnen“ ist eine Spin-off-Serie zu dystopischen Serie „The Handmaid’s Tale“, erst im vergangenen Jahr mit ihrer fünften Staffel ein Ende fand. Auch dieses Sequel, das die systematische Abrichtung weiblicher Teenager in Gilead behandelt und jetzt bei Disney+ startet, basiert wieder auf dem gleichnamigen Roman von Margaret Atwood. Und sie hat mehr mit der Originalserie zu tun, als man zunächst annehmen möchte.

„The Testaments: Die Zeuginnen“ spielt in einem Elite-Ausbildungszentrum für junge Frauen, die später mal mit hochrangigen Männern verheiratet werden sollen und jetzt ein reaktionäres Frauenbild anerzogen bekommen. Im Zentrum steht dabei Agnes, gespielt von der bekannten Schauspielerin Chase Infiniti, die in „One Battle after another“ Di Caprios Tochter Willa spielt, somit Erfahrung damit hat, eine Figur zu spielen, die nicht weiß, wer genau ihre Eltern sind. Wer Atwoods Roman gelesen hat, weiß, was damit gemeint ist. Das Gleiche gilt im Grunde für Rowan Blanchard („Snowpiercer“), die Daisy spielt, eine Neue im Ausbildungszentrum, denn sie lebte vorher in Kanada. In Rückblenden sieht man bereits zum Ende der ersten Folge, dass June (Elisabeth Moss, „Imperfect Women“, „The Veil“), die Heldin der Originalserie, sie heimlich in Kanada beobachtet. In Folge drei konzentriert sich die Handlung komplett auf Daisy, ihr Leben in Kanada wird in etlichen Rückblenden gezeigt und der Grund für ihre Übersiedlung ins klerikalfaschistische Gilead zumindest angedeutet. Vieles bleibt aber offen. Nach drei gesichteteten Folgen bleibt festzuhalten, dass „The Testaments: Die Zeuginnen“ sich von der Originalserie löste, um völlig neue Konfliktlinien zu eröffnen. Der Blick ist auf den Nachwuchs der Elite gerichet, auf die Folgen der Indoktrination der jungen Mädchen und angehenden Frauen. Die Serie lebt von dem starken Kontrast zwischen jugendlich-harmolser Naivität und brutalen Gewaltausbrüchen der Frauen, wenn Menschen wegen Fehlverhaltens bestraft werden sollen und die Teenager das Strafmaß bestimmen sollen. Politik dagegen steht bis jetzt noch nicht im Mittelpunkt der insgesamt zehn Folgen umfassenden Serie, deren Genre man mit Coming of Age umschreiben kann und deren Regie Mike Barker („Fargo“, „Broadchurch“) bei den ersten drei Folgen übernommen hatte.

 

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