MUSIK

Travis: Everything at once

Optisch zitiert Fran Healy die Vergänglichkeit: Mit grauem Zopf und Rauschebart veranschaulicht der Travis-Sänger sehr eindringlich, dass die schottische Band schon 25 Jahre und acht Studioalben alt ist.

Doch was „Where you stand“ 2013 andeutete, manifestiert sich jetzt: Musikalisch haben Travis zum leichtfüßigen Britpop ihrer Anfangstage zurückgefunden. Die in den Berliner Hansa Studios aufgenommenen Songs bleiben mit nur einer Ausnahme unter der Vier-Minuten-Marke und setzen allesamt auf den obligatorischen Mitsingrefrain, der die Regenwolken beiseite schiebt.

Für Abwechslung sind Gäste zuständig: Die Norwegerin Aurora mischt bei der Uptemposingle „3 Miles high“ mit, während die britische Soulsängerin Josephine Oniyama bei der halbballadesken Trennungshymne „Idlewild“ die Duettpartnerin gibt.

Natürlich könnte man darauf hinweisen, dass trotz der wiedergewonnenen Unbeschwertheit kein Radiohit à la „Sing“ oder „Why does it always rain on me?“ vertreten ist.

Aber das wäre von Travis im Jahr 2016 ein bisschen zu viel verlangt – und würde diesem schönen Album mit leichtfüßigem Britpop, das die Regenwolken beiseite schiebt, nicht gerecht. cs

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