FILM

Die TV-Highlights am Wochenende

Plappernde Gangster, freiwillige Sklaven und ballernde Cyborgs:  Hier sind die besten Filme und TV-Highlights am Wochenende. 

Pulp Fiction, Freitag um 22:50 Uhr auf RTl2

Jetzt mal was ganz Persönliches: Ich habe Pulp Fiction 1994 elf Mal im Kino gesehen. Elf Mal. Und ich finde immer noch, es ist Quentin Tarantinos bester Film. Wenn John Travolta und Samuel L.  Jackson als Profikiller über TV-Shows, Balkonstürze und Fußmassagen palavernd zu den ersten Morden des Tages spazieren, möchte man sich trotz Lebensgefahr dazugesellen. Komik, Coolness und Gewalt hatten selten ein trefflicheres Stelldichein als in diesem Film. Man kann darin übrigens auch die beste Rolle von Bruce Willis zu sehen, bevor er  langsam, aber sicher zum faulen Gehaltsscheck-Entgegennehmer verkam. Das Ganze ist halt einfach: eine Freude!

HERRliche Zeiten, Samstag um 22 Uhr auf One

Oskar Roehlers Satire nach Thor Kunkels Roman „Subs“ schreibt man mit großem „HERR“ – denn es geht um ein Pärchen, das sich einem reichen Ehepaar auf eine Zeitungsannonce hin als Sklaven meldet und sich seinen neuen Herren gerne unterordnet. Oliver Masucci, der in „Er ist wieder da“ den wiedererweckten Führer spielte, führt auch hier andere Leute an. Als gelangweilter Schönheitschirurg findet er besonders Gefallen an dem Arrangement – mit niederrheinischem Dialekt und einem Lachen, das einen weit über den Film hinaus verfolgt.

The Lobster, Samstag, 23:25 Uhr auf 3Sat

Die Filme des modernen griechischen Autorenkinos könnte man als gestelztes, gekünsteltes Arthousekino bezeichnen, und hätte damit gar nicht mal Unrecht. Doch gerade diese spezielle Art fängt zielgenau die Verwerfungen in unserem auf Optimierung und Verwertbarkeit ausgerichtetem modernen Leben ein. In der surreale Dystopie von Giorgos Lanthimos hat Colin Farrell als David 45 Tage Zeit, sich in einem abgelegenen Hotel eine Partnerin zu suchen. Andernfalls wird er in ein Tier seiner Wahl verwandelt. Er wählt einen Hummer, den titelgebenden „Lobster“. Bald flüchtet er, schließt sich einer Widerstandsgruppe an und trifft auf eine Frau (Rachel Weisz) zum Verlieben … Ein schräger, abgedrehter Film für Entdecker, über dem wie eine Decke der Traurigkeit Beethovens Adagio aus seinem 1. Streichquartett liegt.

Ghost in the Shell, Sonntag, 201:15 Uhr auf Prosieben

Scarlett Johansson als Cyborg in einem der japanischen Manga-Stoffe schlechthin? Das gab einen Fanaufschrei! Die Realverfilmung des Comic-Klassikers spaltete 2017 im Kino die Anhänger des Stoffes. Aber ballern, kämpfen und dabei cool und schön sein? Das hat Johansson als Superheldin Black Widow in zahlreichen Marvel-Filmen oder in Luc Bessons „Lucy“ perfektioniert, da passt sie schon gut in die Rolle. Als Major Mira Killian ist sie hier der erste Mensch, dessen Gehirn samt Bewusstsein in einen künstlichen Körper verpflanzt wurde. Doch die Kämpferin gegen Cyberterrorismus beginnt, an ihren vermeintlich echten Erinnerungen an ihr früheres Leben zu zweifeln …