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TV-Tipp: „1001 Nacht – Der Ruhelose“

1001 Nacht der Ruhelose WDR
Foto: WDR/Real Fiction

Die „Geschichten aus 1001 Nacht“ sind vielleicht die bekannteste Märchensammlung der Welt. Doch der portugiesische Regisseur Miguel Gomes hat mit seiner Version keinen Kinderfilm gedreht. Vielmehr hat er die Geschichten als Basis für eine epische Trilogie gewählt, die sich mit sehr erwachsenen Themen auseinandersetzt. Der erste Teil mit dem Titel „Der Ruhelose“ ist unser heutiger TV-Tipp. Gomes erforscht darin nichts Geringeres als den Zustand seines Landes. Das war von der Wirtschaftskrise in den Jahren 2013 und 2014 besonders schwer betroffen. Doch einfach eine Dokumentation darüber zu drehen, ist auch zu einfach. Also betrachtet Gomes sehr reale Probleme durch eine fantastische Linse. Er nutzt dazu die altbekannte Rahmenhandlung: Die schöne Scheherazade erzählt eine Geschichte nach der anderen.

Im ersten Teil etwa begegnen wir einem sprechenden Hahn, der eine unglückliche Dreiecksbeziehung beendet. Wir hören die Erzählungen von arbeitslosen Harfenarbeitern. Und wir sehen reiche Banker, die nach einer Begegnung mit einem Magier Erektionsprobleme bekommen. So behält Gomes die magische Atmosphäre der Geschichtensammlung bei und trifft zugleich Aussagen über die Gegenwart. Das zieht sich zwar manchmal unnötig lange hin, ist im Ganzen aber ein von gerechtem Zorn und viel Sympathie bestimmter Meta-Spaß.

„1001 Nacht – Teil 1: Der Ruhelose“ läuft um 00.10 Uhr im WDR. In den beiden nächsten Wochen folgen dann Teil 2 und 3.

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