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TV-Tipp: Claude Chabrols Alterswerk „Die Blume des Bösen“

blume des bösen
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Als einer der wichtigsten Vertreter der Nouvelle Vague hat sich Claude Chabrol in den 50er- und 60er-Jahren einen Namen gemacht. Seine Spezialität: das erbarmungslose Sezieren der Heuchelei der Bourgeoisie. „Die Blume des Bösen“ hat der Regisseur allerdings als alter Mann gedreht. Der Film ist aus dem Jahr 2003, als Chabrol schon über 70 war. Vielleicht wirkt er deshalb zumindest auf den ersten Blick weniger hart, vielleicht sogar altersmilde. Aber dieser Schein mag trügen …

In „Die Blume des Bösen“ kehrt François Vasseur (Benoît Magimel) nach drei Jahren Studium auf das Anwesen seiner Familie zurück. Die ist reich, alt und hat eine lange Geschichte. Patriarch Gérard (Bernard Le Coq) will sich weiterhin seinen Exzessen hingeben und sieht gar nicht gern, dass seine Frau Anne (Nathalie Baye) eine Karriere in der Politik anstrebt. Doch François hat vor allem Augen für seine Stiefschwester Michèle (Mélanie Doutey), in die er schon seit Kindheitstagen verliebt ist. Da taucht auf einmal ein anonymer Brief auf, der dunkle Familiengeheimnisse enthüllt. Und der trügerische Friede reißt endgültig: Bald gibt es sogar ein Todesopfer …

Mit ironischer Distanz und untypischer Sanftheit hat Chabrol hinter der Fassade eines Krimis eine Familientragödie gedreht. Darin geht es um so schwere Themen wie Mord, Vergewaltigung und Inzest, die der Altmeister aber mit leichter Hand behandelt.

„Die Blume des Bösen“ läuft um 20.15 auf arte.

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