FILM

TV-Tipp: „Das Märchen der Märchen“ mit Salma Hayek

Das Märchen der Märchen
© Leonine Licensing AG

Drei alte Überlieferungen, die alle ein Oberthema haben: Einsamkeit. Zum einen die Königin Longtrellis (Salma Hayek), von ihrem Kinderwunsch so verhärmt, dass sie ihren König (John C. Reilly) losschickt, um ein Seeungeheuer zu töten, dessen Herz sie verspeisen muss – nur so erfülle sich ihr Wunsch, prophezeit ein schwarzer Zauberer. Doch ihr letztlich geborener Sohn ist kein gewöhnliches Kind.

Im benachbarten Reich ist der König von Highhills (Toby Jones) weniger am Glück seiner Tochter interessiert als an einem neckischen Floh, der ihm ans Herz wächst. Tag und Nacht umsorgt und füttert er den Winzling, bis dieser groteske Ausmaße annimmt. In Strongcliff letztlich ist der Schürzenjägerkönig (Vincent Cassel) ebenfalls vernarrt – in ein armes Mädchen, dessen schöne Stimme ihn betört, das er aber nie gesehen hat. Wüsste er nur, dass die Geheimnisvolle alt und entstellt ist …

Der erste englischsprachige Film des Italieners Matteo Garrone („Gomorrha“, 2008) setzt sich dank opulenter Ausstattung und hochkarätiger Besetzung positiv von der TV-Märchenflut ab, jede Geschichte besitzt einen gekonnt aufgebauten Spannungsbogen. Es sind Szenen wie ein nebulöser, behäbig inszenierter Unterwasserkampf, die mit ihrer Bildgewalt im Gedächtnis bleiben.

Text: Michael Schock

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