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TV-Tipp: Elia Suleimans „Vom Gießen des Zitronenbaums“

In einer autofiktionalen Komödie erkundet der Regisseur die Melancholie der palästinensischen Diaspora.

Vom Gießen des Zitronenbaums
Foto: © Neue Visionen Filmverleih/Sofian El Fani

Der Nahostkonflikt ist ein ernstes Thema – und keines, zu dem es unbedingt europäische Stimmen braucht. Er ist aber zum Glück auch eines der zentralen Themen des palästinensischen Regisseurs Elia Suleiman. In seinem Film „Vom Gießen des Zitronenbaums“, der heute erstmals im deutschen Fernsehen läuft, setzt er sich erneut damit auseinander. Allerdings auf eine ganz eigene, hintergründige und humorvolle Art. Dabei verwischen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion.

Elia Suleiman selbst spielt darin die Hauptrolle: einen Regisseur namens E. S. Nach dem Tod seiner Eltern hält ihn nichts mehr in Nazareth, die schwierige politische Lage in seiner Heimat deprimiert ihn. Kurzerhand zieht er nach Paris, doch auch hier bleibt er ruhelos. Er wird zum stillen Beobachter vieler skurriler Momente. Derweilen versucht er einen Film mit Namen „Vom Gießen des Zitronenbaums“ zu drehen, tut sich mit der Finanzierung aber schwer. Die zunehmende Militarisierung in Frankreich verunsichert ihn ebenso wie die Erwartungen seines Umfelds, einen politischen Film zu drehen, nur weil er aus Palästina stammt. Wird es E. S. gelingen, seine eigene Stimme wiederzufinden?

Als Inspiration für den Film diente Suleiman unter anderem der Stummfilmstar Buster Keaton: Auch dieser hat in seinen Filmen die Hauptrolle gespielt und dabei kein Wort gesagt. „Vom Gießen des Zitronenbaums“ – im Original „It must be Heaven“ – feierte seine Premiere 2019 in Cannes.

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