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TV-Tipp: „Florence Nightingale, Mutter aller Schwestern“

Florence Nightingale
Foto: © TOHUBOHU

Wie würden Krankenhäuser, wie würde die Pflegebranche heute aussehen, hätte es Florence Nightingale nicht gegeben? Das kann niemand sagen. Klar ist jedoch, dass die Britin die Geschichte der Medizin – vor allem der in Großbritannien – für immer verändert hat. Wie die neue Dokumentation „Florence Nightingale, Mutter aller Schwestern“ deutlich macht, gilt sie als die erste moderne Krankenschwester überhaupt.

Berühmt wurde Nightingale durch ihren Einsatz im Krimkrieg (1853-1856), wo sie in einem Lazarett in Konstantinopel tätig war. Dort sah sie den desolaten Zustand der Krankenversorgung und machte sich daran, die Umstände zu verbessern. Als eine ihrer wichtigsten Erkenntnisse gilt die Einsicht, dass oft mangelnde Sauberkeit ebenso tödlich war wie die Krankheiten oder Verletzungen selbst. Im Zuge der Kriegspropaganda wurde sie als ikonische „Lady with the Lamp“ stilisiert, die nachts ihre Patienten besucht. Aber eigentlich hat Nightingale vor allem organisatorisch gearbeitet. Sie hat sich dafür eingesetzt, neben den Ärzten eine eigene Expertise für Krankenschwestern zu etablieren, und war eine einflussreiche Statistikerin.

Nach ihrer Rückkehr nach London hat Nightingale dort die erste nicht-religiöse Schule für Krankenschwestern überhaupt gegründet, die bis heute existiert. Bis zu ihrem Tod mit 90 Jahren hat sie als Sozialreformerin gearbeitet – nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Indien – und zahllose Texte verfasst. Ihre unkonventionelle Haltung hat dabei auch immer wieder zu Spannungen geführt – und auch der allgegenwärtige Sexismus ihrer Zeit hat es Nightingale nicht immer leicht gemacht. Doch ihr Leben dient bis heute als Vorbild, insbesondere jetzt, wo die Wichtigkeit der Pflege so deutlich sichtbar ist wie lange nicht.

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