FILM

TV-Tipp: Gewissenskonflikt eines Priesters in „Verfehlung“

Verfehlung
Foto: SWR/Alina Bader

Sie kicken nach Feierabend in einer Fußballmannschaft, ziehen zusammen durch die Kneipen und sind auch sonst beste Kumpel. Niemand käme bei diesen Szenen auf die Idee, dass es sich bei den drei Männern um katholische Priester handelt. Filmemacher Gerd Schneider war selbst Priesteramtskandidat, bevor er sich einem Regiestudium zuwandte. Entsprechend authentisch und klischeefrei ist der Arbeitsalltag der Seelsorger dargestellt – und ebenso realistisch ist der Missbrauchsfall, dessen Aufdeckung und Folgen Schneider in „Verfehlung“ schildert.

Dabei stehen nicht Opfer und Täter im Mittelpunkt, sondern der Geistliche Jakob Völz im Gewissenskonflikt. Soll er den Vorwürfen Glauben schenken, oder zu seinem beschuldigten Freund Dominik halten? Sebastian Blomberg spielt diese zunehmende Zerrissenheit glaubwürdig und mit großer Intensität. Die gezielt gesetzten musikalischen Akzente, die klar komponierten Bilder und der Konflikt, der sich klassisch zuspitzt, machen „Verfehlung“ zu einem beklemmenden Psychodrama. Ein beeindruckendes Langfilmdebüt. ascho

„Verfehlung“ läuft um 20.15 Uhr auf One.