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TV-Tipp: Glenn Close und John Malkovich in „Gefährliche Liebschaften“

Gefährliche Liebschaften
Bild: Warner Bros. Entertainment, Inc.

Der Stoff wurde zahllose Male adaptiert, und viele kennen „Gefährliche Liebschaften“ heute wohl in abgewandelter Form. Da gibt es zum Beispiel „Eiskalte Engel“ von 1999, der die Handlung an die High School verlegt. Doch 1988 hat der Brite Stephen Frears sich an eine Adaption gemacht, die Choderlos de Laclos’ Briefroman von 1782 an Opulenz gerecht werden sollte. Und hat dazu ein hochkarätiges Ensemble versammelt.

Im ausgehenden französischen Kaiserreich schaukeln sich die Intrigen hoch: Die Marquise Isabelle de Merteuil (Glenn Close) und der Vicomte Sébastien de Valmont (John Malkovich) sind beide adlig, reich, hoch angesehen – und gelangweilte, amoralische Monster. Eines Tages gehen sie eine verhängnisvolle Wette ein. Valmont soll die junge Cécile (Uma Thurman) verführen, noch bevor die heiratet. Der Grund: Die Marquise will sich an Céciles Verlobtem rächen, der ein ehemaliger Liebhaber von ihr ist. Doch Valmont interessiert sich viel mehr für die verheiratete, überaus tugendhafte Madame de Tourvel (Michelle Pfeiffer). Doch die weiß längst von Valmonts Ruf als berüchtigtem Verführer. Frustriert lässt er sich auf den Deal mit der Marquise ein. Als er allerdings wahre Gefühle für Madame de Tourvel entwickelt, eskaliert das Ränkespiel immer mehr …

Mit „Gefährliche Liebschaften“ hat Laclos ein Sittengemälde seiner Zeit geschaffen, das unter anderem die Dekadenz des Adels kritisierte. Auch die Rolle der Frau hat der Autor auf eine für das 18. Jahrhundert ungewöhnliche Weise ins Visier genommen: Alle weiblichen Figuren sind vom patriarchalischem System unterdrückt, nur die Marquise bricht aus den Geschlechternormen aus – schafft dies allerdings nur, indem sie sich von jeglicher Moral verabschiedet.

Bei der Veröffentlichung des Romans sorgte „Gefährliche Liebschaften“ für einen Skandal. Heute ist er als ein Werk von Weltrang anerkannt. Arte zeigt im Anschluss an den Film die Dokumentation „Skandalöse Liebschaften“, die sich mit der Rezeption des Buchs beschäftigt. Der Programmschwerpunkt ist Teil der Reihe „Skandalromane der Weltliteratur“, die unter anderem auch auf „Lolita“ und „Madame Bovary“ eingeht.

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