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TV-Tipp: Hochspannender Sorgerechtsstreit in „Nach dem Urteil“

Nach dem Urteil
Foto: ZDF/KG Productions / Natalie Durand

Xavier Legrands Spielfilmdebüt „Nach dem Urteil“, das 2017 in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde, beginnt mit einer eindrucksvollen Szene: Knapp 15 Minuten lang verfolgt man die Verhandlung vor einer Familienrichterin, bei der die Ex-Eheleute Miriam (Léa Drucker) und Antoine (Denis Ménochet) um das Sorgerecht ihres elfjährigen Sohnes Julien (Thomas Gioria) ringen. Es ist die Rede von gewalttätigen Ausfällen des Vaters, der seine Frau angeblich immer wieder bedroht und seinem Sohn große Angst einjagen soll.

Trotz der unüberbrückbaren Gräben setzt der Regisseur auf nüchterne, beobachtende Bilder, lässt die unterschiedlichen Parteien ausführlich ihre Standpunkte vortragen und stellt die Argumente ohne Wertung nebeneinander. Langsam, Schicht für Schicht legt der Film im Anschluss die familiären Konflikte offen und veranschaulicht deutlich, wie sehr gerade der Junge unter der Vereinnahmung seiner Eltern leidet. Das eindringlich gespielte Drama entwickelt eine thrillerhafte Spannung, die in ein markerschütterndes Finale mündet. cd

„Nach dem Urteil“ läuft um 23.15 Uhr auf 3sat.

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