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TV-Tipp: „Kill your Darlings – Junge Wilde“

Kill your Darlings
Bild: WDR/Koch Film

Mit Jahrzehnten Verspätung erschien 2008 eine spektakuläre Gemeinschaftsproduktion von den Protagonisten der Beat-Generation: In dem autobiografischen Roman „Und die Nilpferde kochten in ihren Becken“ erzählen Jack Kerouac und William S. Burroughs in fiktionalisierter Form nicht nur, wie sich die Beat-Literaten im New York der 40er Jahre kennengelernt haben, sondern auch von einem Mord. Mit einer gerichtlichen Verfügung verhinderte ein gewisser Lucien Carr die Veröffentlichung des Buches zu seinen Lebzeiten – schließlich war er derjenige, der die späteren Weltliteraten miteinander bekannt gemacht hatte. Und er war es auch, der wegen Mordes verurteilt wurde.

Mit seinem Debütfilm verarbeitet US-Regisseur John Krokidas diesen selbst unter Kennern wenig bekannten Stoff in einem mit Thrillerelementen gespickten Biopic, das die Geschehnisse zwar aus der Perspektive von Allen Ginsberg erzählt, mit zunehmender Dauer aber den literarischen Freundeskreis zugunsten des heute unbekannten Carr an den Rand drängt.

So ist „Kill your Darlings“ in erster Linie ein Coming-of-Age-Film: Krokidas zeigt junge Studenten auf Selbstsuche, die mit sexuellen Experimenten, Drogen und Gewalt eine revolutionäre Haltung entwickeln – und einen Lucien Carr, der seine Freunde immer wieder zum Exzess verführt. Spielfilmdebütant Krokidas fängt die Entwicklung seiner Protagonisten ein, indem er erst mit Film-Noir-Zitaten arbeitet und später mehr und mehr zur beweglichen Handkamera und zu Spielereien mit natürlichem Licht übergeht.

Seine Eindringlichkeit verdankt der Film auch seinem Darstellerensemble, aus dem vor allem Dane DeHaan („Chronicle“) herausragt und in dem sogar der „Harry Potter“-Darsteller Daniel Radcliffe als Ginsberg überzeugt. Da ist es dann auch zu verschmerzen, dass der Film mitunter den Konventionen des Biopics verhaftet bleibt.

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