FILM

TV-Tipp: „Lemon Tree“ von Eran Riklis

Lemon Tree
Bild: Rainer Klausmann

Die attraktive Salma (Hiam Abbas) kennt viele Arten, mit dem Kopftuch umzugehen: mal fest verknotet, damit die Dorfältesten zufrieden sind, mal locker und nur pro Forma übers Haar gezogen, dann wieder abweisend wie ein Schutzschild vor dem Gesicht. Bei Regisseur Eran Riklis haben diese minutiös gefilmten Tuchnummern zwischen Tradition und Lässigkeit bald etwas ironisch Erheiterndes.

Auch der kleine Rechtsstreit, der sich um Salmas Zitronenhain im israelisch-palästinensischen Grenzgebiet zur Westbank entspinnt, erhält durch seine oft schönen Bilder bald märchenhafte, durch die Absurdität des Falles aber auch satirische Züge. Die Plantage ist dem neuen Nachbarn, dem israelischen Verteidigungsminister, ein Dorn im Auge, weil angeblich ein Sicherheitsrisiko: Terroristen könnten sich darin verstecken. Doch der Politiker hat nicht mit der Chuzpe und dem Charme der trickreichen Salma gerechnet …

Das ist heiterer und optimistischer als in Riklis’ letztem Film „Die syrische Braut“ – doch auch „Lemon Tree“ zeigt auf ähnliche Art den Alltag im Grenzgebiet mit nüchternem und resignierten Blick.

Text: Axel Schock

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