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TV-Tipp: „Manche hatten Krokodile“ – Doku über Hamburgs Kiezkneipen

Manche hatten Krokodile
Bild: NDR/Tamtam Film GmbH/Martin Neumeyer

Landauf, landab wird bemängelt, dass es keine echten Kneipen mehr gäbe. Nur noch Coffeeshops, in denen Millenials mit Macbooks ihren Chai Latte schlürfen, oder Szenebars, in denen der Gin Basil 25 Euro kostet. Das gilt besonders in den Großstädten. Doch zumindest in Hamburg, genauer gesagt in St. Pauli, gibt es noch Billigkneipen, wie man sie von früher kennt. Ihnen setzt der Film „Manche hatten Krokodile“ ein dokumentarisches Denkmal.

Konkret geht es um Institutionen wie das „Hotel Hongkong“, das „Utspann“ oder die „Kaffeepause“. Kneipen, in denen das Bier günstig ist und wo die meisten Gäste Stammgäste sind, die hier einen großen Teil ihres Alltags verbringen. Sie begleitet Regisseur Christian Hornung und lässt sie von ihrem Leben erzählen. Es kommen Wirt:innen und Kellner:innen, Prostituierte und Zuhälter, Seeleute und Geflüchtete zu Wort.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Phänomen des Sparclubs. Hierbei zahlt, wer will, immer mal wieder Beträge in einen kleinen Schrank ein, der meist von den Besitzer:innen der Kneipen beaufsichtigt wird. Am Ende des Jahres kommt da oft ganz schön was zusammen. Ein alteingesessener, aber noch immer wirksamer Weg, Kontrolle über das eigene Geld zu behalten – für Leute, die auf keinen Cent verzichten können.

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