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TV-Tipp: „Matthias & Maxime“ – Schwules Drama von Xavier Dolan

Matthias & Maxime
Bild: WDR/Pro Fun Media

Zwei beste Freunde küssen sich für eine Filmszene – danach ist nichts mehr, wie es vorher war. Unser Filmtipp im WDR.

Den Status des Wunderkinds kann man Xavier Dolan nicht mehr zusprechen. Immerhin ist der kanadische Regisseur mittlerweile 33 Jahre alt. Bekannt wurde er mit emotionalen Filmen wie „I killed my Mother“, den er mit gerade einmal 19 Jahren gedreht hat. Sein bisher letzter Film (ein anderer ist allerdings bereits in Arbeit) „Matthias & Maxime“ schließt an das Frühwerk an – inklusive Themen wie Homosexualität und Mutterkomplex.

Wie schon bei „I killed my Mother“ spielt Dolan selbst eine der Hauptrollen: Maxime, einen jungen Mann aus Montreal. Seit der Kindheit ist er mit Matthias (Gabriel D’Almeida) befreundet. Bei einem Wochenende im Landhaus eines Freundes verändert sich ihre Beziehung: Sie sollen sich für den Film einer befreundeten Studentin küssen. Doch die Szene erweckt unerwartete Gefühle in beiden Männern, die eigentlich immer dachten, sie wären hetero.

Es folgt eine lange Abfolge von Missverständnissen, Lügen und Zweifeln: Matthias möchte sein bequemes Leben mit Job und Freundin nicht durcheinanderbringen. Maxime wiederum muss sich um seine Mutter kümmern und wollte eigentlich bald nach Australien ziehen. Die Freunde versuchen, ihre gegenseitige Anziehungskraft zu ignorieren, aber das kann nicht für immer gut gehen. Und die alte Unschuld ihrer Freundschaft ist für immer verschwunden …

Dolan erzählt eine einfache Geschichte mit – für seine Verhältnisse – minimalen Mitteln. Die Figuren im Zentrum sind dabei denkbar plastisch und exzellent gespielt, ihr Konflikt wird deutlich fühlbar. Bei zwei Stunden Laufzeit ist „Matthias & Maxime“ allerdings vor allem etwas für Dolan-Fans – und besonders geduldige Zuschauer:innen.

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