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TV-Tipp: „Maya“ – Liebe oder Ausbeutung?

Maya
© Les Films Pelleas/Hélène Louvart

Ein traumatisierter Kriegsreporter flieht aus Paris nach Indien, um zur Ruhe zu kommen. Dort verliebt er sich in eine Teenagerin … Unser Filmtipp

Die französische Filmemacherin Mia Hansen-Løve wird in Kritiker:innenkreisen schon lange für ihre subtilen Werke gefeiert. Ihr aktueller Film „Bergman Island“ hat letztes Jahr in Cannes Premiere gefeiert. Arte zeigt nun zum ersten Mal im deutschen Fernsehen den Vorgänger: Hansen-Løve hat ihr Drama „Maya“ 2018 veröffentlicht.

Darin geht es um den 30-jährigen Kriegsreporter Gabriel (Roman Kolinka). Sei Job ist nicht ungefährlich und hat dafür gesorgt, dass er vier Monate in Gefangenschaft in Syrien verbringen musste. Als er freikommt, kehrt Gabriel nach Paris zurück, doch sein altes Leben will nicht mehr so recht passen, die Beziehung zu seiner Freundin Naomi zerbricht. Auf der Suche nach Orientierung beschließt er, nach Goa zu reisen, wo er seine Kindheit verbracht hat.

Dort nimmt Gabriel Kontakt mit seinem Patenonkel Monty auf. Fernab der Heimat gelingt es ihm, wieder zur Ruhe zu kommen. Schnell schließt er Freundschaft mit Montys 15-jähriger Tochter Maya. Doch dann entwickeln sich zwischen den beiden tiefere Gefühle …

Die problematische Liebesgeschichte, die Hansen-Løve ins Zentrum stellt, erinnert an kontroverse Werke wie „Lolita“. Auch postkoloniale Zusammenhänge spielen in der Beziehung zwischen Gabriel und Maya eine Rolle, wie der ganze Film als Kritik an Exotisierung und Orientalismus gelesen werden kann. Doch Hansen-Løve bleibt absichtlich uneindeutig, was Themen wie Politik oder Moral angeht, und konzentriert sich stattdessen auf Bilder der indischen Landschaft und nur abstrakt angedeutete Wendungen.

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