FILM

TV-Tipp: „Monsieur Claude und seine Töchter“

Szenenbild aus „Monsieur Claude und seine Töchter“: Zwei junge, gut angezogene Frauen klatschen lächelnd Beifall, daneben steht ein älteres Ehepaar, ihre Eltern, die mit zweifelndem Gesichtsausdruck applaudieren.
Foto: © 2014 - Neue Visionen Filmverleih GmbH

Durch ein Landhaus im Loiretal donnert die Marseillaise, inbrünstig gesungen von drei Männern. Sie sind Franzosen und stolz auf ihr Land: der chinesischstämmige Chao, der Muslim Rachid und der Jude David. Das befremdet den Schwiegervater Claude (Clavier); der konservative, integrationskritische Gaullist will keinesfalls als rassistisch gelten – aber dass drei seiner vier Töchter mit Ausländern verheiratet sind, treibt ihn dann doch zur Weißglut. Den Familiensegen kann nur noch die jüngste Tochter retten. Doch die plant bereits ihre afrikanische Hochzeit …

Mit Humor widmet sich der Regisseur Philippe de Chauveron einem ernsten Thema: Rassismus in der französischen Gesellschaft. So stichelt der Film da, wo es scheintoleranten Bürgern wehtut, und fördert ihre Fremdenfeindlichkeit zutage. Diese verwandelt Familientreffen in Multikultischlachten, ein ethnisches Vorurteil jagt das nächste, wobei die meisten abgegriffen sind. Dennoch kann bedenkenlos geschmunzelt werden, denn der Film betont mit ständig wechselnden Fronten: Toleranz ist nicht nur unter Front-National-Wählern Mangelware, sondern auch in anderen Kulturkreisen knapp bemessen. (jk)

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