FILM

TV-Tipp: „Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis“

Szenenbild aus Nightcrawler: Lou Bloom (Jake Gyllenhaal) tippt auf einen Laptop auf der Kühlerhaube eines roten Autos, im Hintergrund das nächtliche LA.
Foto: LEONINE Studios

Das Fernsehnachrichtengeschäft ist zynisch und verkommen. Je blutiger und spektakulärer die Bilder, desto höher die Einschaltquote. In dieser Hinsicht erzählt Drehbuchautor Dan Gilroy („Das Bourne Vermächtnis“) in seinem Regiedebüt nichts Neues. Aber wie er das tut! Selten hat man eine derart verachtenswert, unsympathische Hauptfigur gehabt wie Lou Bloom, den Nightcrawler, der die Stadt durchstreift, um den nächsten Mord oder den nächsten Autocrash mit der Kamera einzufangen.

Die Bilder des nächtlichen L. A. sind von betörender Schönheit, die aus Lous Perspektive gefilmten Actionsequenzen hingegen treiben den Puls in die Höhe. Den Rest besorgt Jake Gyllenhaal, der mit dieser Rolle des soziopathischen und manischen Nachrichtenjägers ein klarer Oscar-Anwärter ist. Lou ist mal abgrundtief abgefuckt, dann wieder ein charismatischer Selfmademan und auch berührender Einzelgänger. Gyllenhaal gelingt es, die Extreme dieser Figur und die krassen Wendungen der Handlung so glaubwürdig zu erden, dass die sozialsatirischen, grotesken Momente nicht überhand nehmen – und einem das Lachen schnell wieder im Halse stecken bleibt. (ascho)

„Nightcrawler“ läuft um 22.05 Uhr bei ServusTV Deutschland.

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