FILM

TV-Tipp: „Nur eine Frau“ behandelt den Mord an Hatun Sürücü

Nur eine Frau
Bild: rbb/Vincent TV/Mathias Bothor

Erzählerstimmen aus dem Off sind im Film nichts Ungewöhnliches. Hier aber packt sie uns von der ersten Szene an: Denn Hatun (einfach großartig: Almila Bagriacik), genannt Aynur, erzählt, wie es zu ihrer Ermordung kam.

Doch die junge kurdischstämmige Frau verweigert die Opferrolle und demonstriert über ihren Tod hinaus kämpferisches Selbstbewusstsein. Der sogenannte Ehrenmord 2005 an der Berlinerin Hatun Sürücu hatte die Debatten um Kopftücher und verfehlte Integration befeuert.

Mit „Nur eine Frau“ gelingt Sherry Hormann nun das eigentlich Unmögliche: ihr Film ist frei von Larmoyanz, radikal subjektiv und doch dokumentarisch genau. Florian Oeller stützt sich bei seinem Drehbuch auf Interviews mit dem engsten Umfeld von Hatun Sürücü und erreicht dadurch eine bis in die Dialoge hinein überzeugende Authentizität. Einige wenige kurz eingeblendete Fotos genügen, um deutlich zu machen: Dies ist eine wahre Geschichte. In dichten, packenden Szenen macht der Film die erschreckend archaischen Rollenbilder von Aynurs strenggläubiger Familie deutlich und hat eine lebensfrohe und spürbar befreite Heldin. (ascho)

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