FILM

TV-Tipp: Peter Kurth als ALS-kranker Boxer in „Herbert“

Distanz kennt dieser Film nicht: Ganz dicht auf die Pelle rückt die Kamera dem Hauptdarsteller Peter Kurth, bis man einzelne Poren seiner Haut zu erkennen glaubt. Über weite Strecken funktioniert Thomas Stubers Film als Studie über einen alternden, zerstörten Körper, als Nachdenken über Haut, Tätowierungen, Fleisch.

Ex-Boxer Herbert schlägt sich im Wortsinn durch den Leipziger Alltag, trainiert einen Nachwuchssportler, macht mehr oder weniger brutales Inkasso, behandelt seine Freundin scheiße. Bis plötzlich seine Muskeln nicht mehr mitmachen: Herbert hat ALS, Amyotrophe Lateralsklerose, zunächst kann er sich nicht mehr koordiniert bewegen, dann versagt sein Sprachzentrum, am Ende wird er ersticken.

Stubers Film begleitet den Niedergang eines Menschen, den man schon zu Beginn am Boden wähnte, schonungslos, schwer erträglich, aber als Krankheitsfilm auch recht konventionell inszeniert. Wäre da nicht die furiose Performance von Peter Kurth, wäre da nicht sein massiger, großartiger Körper, und wären da nicht die Bilder, die diesen Körper feiern. Und die bei ihm bleiben, auch als dieser Körper nach und nach verschwindet.

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