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TV-Tipp: „Place Vendôme“ mit Catherine Deneuve

PlaceVendome
© 1998 Studiocanal/TF1 Films Production/Les Films de l'Etang/Alhena Films/Angel's

Nach dem Tod ihres Mannes findet Juweliersgattin Marianne einen Tresor voller mysteriöser Diamanten. Unser Filmtipp

Den Goldenen Löwen, den sie 1999 für „Place Vendôme“ gewonnen hat, hat Catherine Deneuve sich verdient. Sie spielt eine depressive Alkoholikerin mit unglaublich sinnlicher und starker Ausstrahlung. Marianne, Juweliersgattin und einst selbst erfolgreiche Diamantenhändlerin, ist eine gescheiterte Figur. Meint man: In einem verworrenen Geflecht aus Liebe, Betrug und Abhängigkeit lebt sie seit 20 Jahren an der Seite ihres Mannes Vincent.

Als der plötzlich stribt und ihr Diamanten mysteriösen Ursprungs hinterläßt, erblüht Marianne zu neuem Leben. Nicole Garcia, Lieblingsschauspielerin des Nouvelle-Vague-Altmeisters Jacques Rivette, gelingt mit ihrem dritten Regiewerk der große Wurf. Präzise und subtil kriecht sie in das komplexe Seelenleben ihrer Figuren und rüttelt an einem tabuisierten Phänomen: Mancher kann seine Identität erst nach dem Tod des Partners leben.

Den melancholischen Tenor verdichtet Garcia durch extrem langsame Kamerafahrten, dunkel gehaltene Bilder und bewußt gedrosseltes Tempo. Das Melodram wirkt wie ein Betäubungsmittel – es verlangsamt die Zeit und wirkt noch lange nach.

Text: Kornelia Doren

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