FILM

TV-Tipp: „Revanche“ ist so unaufgeregt wie berührend

Revanche
Bild: ZDF/ORF/Prisma Film/Lukas Beck

Manchmal öffnen Filme einem die Augen, dann die Ohren und schließlich das Hirn. Weil sie anders sind – anders wie „Revanche“, der Film über Alex, der im Wiener Rotlichtmilieu arbeitet, die Hure Tamara liebt, und da raus will, da raus muss, deshalb einen Banküberfall plant, und am Ende ist jemand tot. Ein Film über den Polizisten Robert und seine Frau Susanne, die keine Kinder bekommen können und sich langsam verlieren in der Spießerhölle, bis eine Dienstwaffe losgeht.

Aus diesen simplen Elementen fertigt der österreichische Regisseur Götz Spielmann einen kleinen, unaufgeregten Film über Menschen und das Leben und einen Unglücksfall, der das Leben dieser Menschen durcheinander bringt. Ein Film ohne Filmmusik, die alles zukleistern würde, sondern lieber mit grandiosen Schauspielern, mit einfachen Bildern und Dialogen, die auf jedes Wort zu viel verzichten.

Die Kamera blickt ruhig in vom Leben gezeichnete Gesichter, zeigt ihre Wunden und Verletzungen, ohne dass darüber groß geredet werden müsste. „Revanche“ macht nur das Nötigste, um alles Nötige richtig machen zu können. Und berührt so mehr, als es ein streicherschwangeres und tränenschweres Hollywooddrama je könnte.

Text: Thomas Winkler

Nichts verpassen! Einfach unseren Film-Newsletter abonnieren! Anmelden