FILM

TV-Tipp: „Rosenstraße“ mit Katja Riemann

Rosenstraße
Foto: © Studio Hamburg Letterbox Filmproduktion/Leonine Studios/Get Reel Productions B.V.

„Ich will meinen Mann wieder!” Die grauhaarige Frau stellt sich vor den Soldaten, der verlegen wegblickt. Hinter ihr steht eine ganze Gruppe von Frauen – arische Frauen, die hier in der Rosenstraße Tag und Nacht Wache halten. Es ist das Jahr 1943. Ihre jüdischen Ehemänner, lange durch den Status der Frauen geschützt, sind hier eingesperrt und sollen deportiert werden. Unter den Frauen ist auch Katja Riemann, die endlich mal einen Grund hat, betroffen zu gucken. 60 Jahre später erzählt die alte Lena von den wahren Ereignissen in der Berliner Rosenstraße, während im Bild der dichte Verkehr über den Potsdamer Platz rollt.

Regisseurin Margarethe von Trotta schafft es, den Bogen vom Berlin der 20er Jahre über die Nazizeit bis in die Gegenwart zu schlagen, ohne in Kitsch abzurutschen. Weder ist die alte Lena  eine auf grauhaarig getrimmt Riemann, noch hantiert von Trotta unnötig mit Off-Monologen. Erinnerungen und Gegenwart mischen sich in einem Bilderbogen, der so dicht geschnitten ist, dass die kurze Zeitspanne dieser eingreifenden Veränderungen deutlich wird. Ein Leben, das unter anderen Bedingungen ganz anders verlaufen wäre – und eine wundervoll-traurige Hommage an Berlin.

Text: Britta Lippold

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