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TV-Tipp: „Under the Tree“ – einer der erfolgreichsten Filme Islands

Under the Tree
© Netop Films/Monika Lenczewska

Hochgewachsene Bäume sind auf Island eher eine Rarität. Doch weil dieser eine Baum einen zu langen Schatten in den Nachbargarten wirft, wird er zum Keim eines zunehmend eskalierenden und ins Absurde driftenden Streits, in dem unter anderem eine Kettensäge, verschwundene Haustiere und Überwachungskameras eine so maßgebliche wie fatale Rolle spielen.

Die Wortgefechte und Boshaftigkeiten dieses Vorortkriegs sind zwar bitterböse und schwarzhumorig. Doch der isländische Filmemacher Hafsteinn Gunnar Sigurdsson („Paris des Nordens“) inszeniert sie nicht als grelle Satire. Vielmehr führt er vor, wie seine Figuren durch ihre Sturheit und Unfähigkeit zur zwischenmenschlichen Kommunikation unausweichlich ins Verderben rennen.

Das macht „Under the Tree“ letztlich zu einem sehr tragischen Familien- und Gesellschaftsdrama. Der harmonische Gesang bei den Proben des Gesangsvereins und die kreisenden Kamerafahrten über die idyllisch-bürgerliche Reihenhaussiedlung wirken angesichts der sich bahnbrechenden Aggressionen wie Hohn.

Text: Axel Schock

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