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TV-Tipp: „Wenn die Gondeln Trauer tragen“

Wenn die Gondeln Trauer tragen
Foto: © 1973 National Film Ventures/Anthony B. Richmond

Wir leben in einem Goldenen Zeitalter des Horror, in dem es nicht nur jede Menge schaurige Filme gibt, sondern diese auch mindestens so viel Tiefe besitzen wie andere Genres. Moderne Klassiker wie „Der Badadook“ oder „The Witch“ nutzen Grusel, um sich mit erwachsenen Themen wie Trauma oder Trauer auseinanderzusetzen. In all diesen Filmen klingt auch immer Nicolas Roegs „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ an. Mit diesem Mystery-Thriller nach einer Kurzgeschichte von Daphne du Maurier hat der britische Regisseur die 1973 psychologischen Tiefgang mit mystischem Horror auf eine Art verbunden, die bis heute nachwirkt.

Es gibt kaum Schlimmeres als den Tod des eigenen Kindes. Genau das erfahren John (Donald Sutherland) und Laura Baxter (Julie Christie) am eigenen Leib, als ihre Tochter Christine (Sharon Williams) auf tragische Weise ertrinkt. Einige Zeit später reist das Paar nach Venedig, wo John eine Kirche restaurieren soll. Dort begegnen sie zwei alten Schwestern, die behaupten, Kontakt mit der toten Christine aufnehmen zu können. Laura ist wie besessen von der Idee, während John nicht daran glaubt. Dabei hat er selbst immer wieder Visionen, die die Zukunft vorherzusagen scheinen – zum Beispiel am Tag von Christines Tod. Und jetzt sieht er immer wieder ein kleines Kind in der Ferne …

Der Twist am Ende ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, obwohl wir ihn hier trotzdem verschweigen. Doch „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ wird ohnehin vor allem für anderes gefeiert – vor allem für die mysteriöse, poetische Atmosphäre, die den ganzen Film durchtränkt. Immer wieder verwendet Roeg seine Methode des „Cross-Cutting“, bei der er zwischen scheinbar unabhängigen Szenen schneidet, wobei er die Regeln von Raum und Zeit missachtet. Heute gilt sein Werk als einer der einflussreichsten Horrorfilme und einer der besten britischen Filme überhaupt.

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