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TV-Tipp: Zweifel eines Patrioten in „Im Tal von Elah“

Relevant wie nie: Die wendungsreiche Auseinandersetzung mit der US-Militärpolitik ist unser Filmtipp des Tages.

Tal von Elah
Bild: Leonine Studios

Vater-Sohn-Geschichten sind definitiv das Metier von Paul Haggis. Eine collagenartige Erzählweise auch. Nachdem in „L. A. Crash“ die alltägliche Gewalt das Thema war, steht jetzt die Verrohung durch den Krieg im Mittelpunkt – der mittlerweile über fünf Jahre andauernde Irakkrieg ist endgültig auf der Leinwand angekommen.

Ex-Militärpolizist Hank (großartig: Tommy Lee Jones) hat zwei Söhne. Der eine ist bei einer militärischen Übung gestorben, der zweite ist verschollen, direkt, nachdem er aus dem Irak-Krieg heimgekehrt ist. Bis Detektive Emily Sanders (zu glatt: Charlize Theron) zu einer verbrannten und zerstückelten Leiche in der Wüste Arizonas gerufen wird. Doch was wirklich passiert ist, welche schmerzliche Wahrheit sich hinter dem Tod seines Sohnes verbirgt, erfährt Hank erst, als er Videos auf dem Handy des Soldaten anschaut. Und ihm klar wird, dass sein Sohn alles andere als ein Held war …

Verzerrte Bilder, parallel verlaufende Handlungsstränge, ein Verwirrspiel aus Falschaussagen: Haggis, der auch privat engagiert gegen den Krieg eintritt, hat sein Statement so spannend, unerwartet und oft auch inkohärent wie das Leben selbst inszeniert. In fast jeder Einstellung lässt er laufende Fernseher, Radios oder Zeitungstitel die Parolen von Demokratie und Frieden verkünden, mit denen die amerikanische Regierung um sich wirft. Wie Jones als eingefleischter Patriot langsam den Glauben an sein Land verliert, das ist mit feinsten Pinselstrichen gezeichnet. (bl)

„Im Tal von Elah“ läuft um 20.15 auf ServusTV Deutschland.

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