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TV-Tipp: „Zwingli – Der Reformator“

Zwingli
Bild: ZDF/SRF/C-Films

Ulrich Zwingli ist gewissermaßen das schweizerische Pendant zu Martin Luther. Ein charismatische Kirchenreformator (Max Simonischek), der sich gegen Rom stemmte und für die Abschaffung des Ablasshandels, der Leibeigenschaft und des Zölibats kämpfte. Stefan Haupt rekapituliert in seinem solide inszenierten Biopic die letzten, wirkungsmächtigen Lebensjahre des Priesters und bereitet die Auseinandersetzungen und den zeitgeschichtlichen Hintergrund zugleich für ein breites Publikum verständlich und spannend auf.

Dies gelingt ihm zum einen, weil er mit der Witwe Ana Reinhardt (Sarah Sophia Meyer), Zwinglis späteren Ehefrau, einer ebenbürtigen weiblichen Hauptfigur Raum schenkt, durch die sich viel über die soziale Wirklichkeit um 1500 erfahren lässt. Zum anderen bemüht sich der Film um größtmögliche Authentizität und Anschaulichkeit.

Ob der Prunk und die Intrigen des Klerus, der Schrecken der Pest, die Verarmung der niederen Stände oder die Lebensbedingungen im Zürich des 16. Jahrhunderts: Man taucht unversehens in diese aufwendig rekonstruierten historischen Lebenswelten ein – und erlebt ganz nebenbei einen kirchlich-theologischen Schlagabtausch, dem man auch als Atheist mit Spannung folgt.

Text: Axel Schock

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