FILM

Nordic Noir gegen Mitternacht

Es könnte nicht dümmer laufen für Erik (Kristofer Hivju, bekannt aus der Serie „Game of Thrones“ ). Der notorisch klamme Lebenskünstler und leidenschaftliche Surfer ist gerade mit seinem Brett draußen, als sein Caravan abgeschleppt wird. Er klaut sich ein Moped und wird auf dem Weg zum Caravan von der Polizei geblitzt. Noch dicker kommt es, als er sich seinen Caravan zurückholt und bei einer Verfolgungsjagd auf der schmalen Straße abkommt und in den Fjord stürzt. Da hat Erik das erste Mal Glück – er ist nicht tot. Doch es hilft ihm nicht viel, denn als Erik bei seinem Zwillingsbruder Adam (ebenfals Kristofer Hivju) auftaucht, kommt es zum Streit, und am Ende liegt Adam tot im Fjord und wird für Erik gehalten Ein halbes Dutzend Menschen hat in der norwegischen Serie „Twin“ ein schlechtes Gewissen, während Erik und seine Schwägerin Ingrid (Mathilde Holtedahl) mit einer großen Lügengeschichte beginnen: Sie spielen das Ehepaar Ingrid und Adam.

Die Nordic-Noir-Serie kommt mit einer ganz feinen Dosis schwarzen Humors aus, die vorwiegend aus der Situation entsteht. Selbst Loser Erik produziert nie Slapstik, obwohl er oft nah dran ist. Gleichzeitig werden den Figuren die Geheimnisse gelassen. Vor dem Hintergrund der wunderschönen Lofoten in Nordnorwegen wird Schuld in unterschiedlicher Form verhandelt, die Zuschauer wissen wenig, die Figuren sind oft rätselhaft. Die Serie „Twin“ aber ist mal wieder was zum Binge-Watching in der Mediathek, zumal die ARD sie linear wie schon so viele gute Produktoinen ins Mitternachtsnirvana geschoben hat.