Zum Inhalt springen
Musik

Vom Sad Girl zum Sassy Girl: Kayla Shyx ist Amazon Music Breakthrough Artist

kayagalerie2
Kayla Shyx ist Amazon Music Breakthrough Artist. (Jive)

Vor zwei Jahren veröffentlichte Kayla Shyx ihre erste Single, mittlerweile ist sie eine der spannendsten Stimmen im deutschsprachigen Pop: Bekannt wurde sie über TikTok, 2025 folgte mit „Sad Girl Summer“ ihr Debütalbum. Diesen Sommer spielte sie große Festivals wie das Hurricane, nun wurde sie von Amazon Music neben yung pepp zum „Breakthrough Artist“ 2026 ernannt und performte im Rahmen dessen überraschend beim Reeperbahn Festival. Wir haben uns vor ihrem Auftritt mit ihr getroffen und über Rituale, kreative Entscheidungen und ihre Zukunftspläne gesprochen.

Kayla, wie fühlt es sich für dich an, zwei Jahre nach deiner ersten Single, Breakthrough Artist bei Amazon Music zu sein?

Kayla Shyx: Heute ist, abgesehen von der Vorbereitung, der erste Tag, an dem ich das wirklich spüre und etwas Cooles daraus machen kann. Ich durfte mir ja auch für den Auftritt hier etwas Besonderes überlegen, und das allein ist schon mega geil. Ich freue mich riesig auf das, was jetzt kommt – aber heute geht es erstmal darum, den ersten Schritt zu machen, die Show gut über die Bühne zu bringen und dem Namen gerecht zu werden.

Ich habe dich beim Hurricane gesehen – du wirkst vor Shows sehr in dich gekehrt. Hast du ein Ritual vor dem Auftritt?

Shyx: Heute habe ich ehrlich gesagt noch mehr vorbereitet als sonst, es wird ein deutlich intensiveres Programm. Aber ich freue mich sehr darauf. Ein festes Ritual haben wir trotzdem: Mit der Band stellen wir uns immer in einen Kreis, klatschen und sagen einen Chant: „Wir haben Spaß, egal was.“ Dazu macht jeder einen Dance-Move, und danach trinken wir einen Wodka-Shot. Das war meine Idee – die ich mittlerweile ein bisschen bereue. Wenn man so viele Shows spielt, denkt man sich irgendwann: Muss dieser Shot wirklich sein? Aber er steht inzwischen automatisch auf dem Rider, alle kennen das Ritual. Ich glaube, spätestens wenn wir auf Tour gehen, tausche ich das gegen etwas anderes.

Merkst du eine Veränderung in deinem Songwritig-Prozess – fühlst du dich sicherer?

Shyx: Auf jeden Fall. Seit dem „Sad Girl Summer“-Album-Release habe ich sehr viel geschrieben, aber komplett allein, ohne Co-Writer, nur mit dem Producer. Ich hatte das Gefühl, ich habe das Songwriting da nochmal ganz neu für mich entdeckt, weil ich das Kapitel „Sad Girl Summer“ für mich abgeschlossen hatte und einfach neue Dinge ausprobieren und aus meiner Komfortzone rauskommen konnte. Jedes Mal, wenn ich im Studio bin, lerne ich eigentlich etwas dazu. Ich möchte irgendwann selbst Beats produzieren können, so im Pink-Pantheress-Style. Es gibt sogar schon Beats von mir, auf die ich persönlich zwar nicht singen würde, aber ich schaue schon immer über die Schultern, um Sachen zu lernen.

Die Tour heißt noch „Sad Girl Summer“, ist das für dich das letzte Kapitel des Albums, oder ist das Feeling ein Dauerzustand?

Shyx: Dieser Sommer war definitiv kein Sad Girl Summer, sondern ein Busy Girl Summer – und ein richtig geiler noch dazu. Ob ich nach der Tour wirklich mit dem Kapitel abschließe, weiß ich aber nicht, weil der Track einfach der Grundbaustein für alles andere war. Ich glaube, das begleitet mich immer weiter, aber das, was ich dieses Jahr released habe – „Pretty Boys“ zum Beispiel – ist gar nicht mehr so traurig, sondern eher sassy. Ich habe Lust, mehr in diese Richtung zu gehen.

Bist du bei der visuellen Umsetzung deiner Musikvideos auch selbst involviert?

Shyx: Hauptsächlich sogar. Die Ideen kommen von mir, ich habe aber ein tolles Team, das mir hilft, diese Vision auch gut aussehen zu lassen. Aber die Creative Direction, was passieren soll und wie es aussehen soll, kommt komplett von mir. Da bin ich richtig genau und weiß sehr genau, was ich will. Bei „Liebesbriefe“ und „Pretty Boys“ bin ich wirklich stolz und glücklich darüber, wie wir das umgesetzt haben. Vor allem „Liebesbriefe“ kam eins zu eins so raus, wie ich es im Kopf hatte. Es ist schon krass zu sehen, wie aus einem Gedanken, den ich beim Hören eines Songs habe, am Ende ein fertiges Video wird.

Deine Musik klingt trotz deutscher Texte sehr international. Hast du mal überlegt, auf Englisch zu schreiben?

Shyx: Ich höre privat eigentlich kaum deutsche Musik, vielleicht liegt es daran. Auch mein Producer Evan, mit dem ich viel vom Album und auch „Pretty Boys“ gemacht habe, kommt aus Singapur und arbeitet nicht viel an deutscher Musik. Ich glaube, sowohl sein Einfluss als auch mein eigener Musikgeschmack haben ihre Wurzeln einfach nicht im Deutschen. Wenn ich topline, mache ich das meistens auf Englisch und schreibe die Zeilen danach ins Deutsche um. Ich achte dabei immer darauf, dass es möglichst weich bleibt und nah am englischen Sound, weil sich der Song dadurch einfacher hören lässt. Bei deutscher Musik fühle ich mich manchmal von den Worten „angegriffen“ und kann mich schwerer auf die Musik einlassen, weil die Sprache so im Vordergrund steht. Das kann auch stark und cool sein, aber manchmal will ich einfach in den Song reinkommen, ohne die Worte so präsent im Ohr zu haben. Auf Englisch schreiben würde ich trotzdem nicht, weil ich auf Deutsch denke und spreche, das würde sich voll komisch anfühlen.

Hast du ein Ziel für die anstehende Tour?

Shyx: Am Ende soll jeder sagen: Das war ein richtig geiler Abend, ich habe Bock auf noch eine Show. Dass die Leute sich wünschen, der Abend würde länger gehen, und froh sind, dass sie sich die Zeit genommen haben, dabei zu sein. Ich freue mich extrem auf die Tour und hoffe einfach, dass sie Bock auf mehr macht – für mich genauso wie für alle, die kommen.

kulturnews.letterDein Schlüssel zur Szene

Jetzt Zugang sichern

Exklusive Vorteile, Tickets, Events, News und Gewinnaktionen

Musik

Hörenswert

kulturnews.de
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.